|
Junge Frauen lieben ihre High Heels - und führen sie aus
Hoch, höher, am höchsten: Mal Hand aufs Herz! Wie viele Schuhe habt ihr in eurem Schrank? Und wie viele davon katapultieren euch in schwindelerregende Höhen? Wir fragten High-Heels-Trägerinnen – und geben euch ein paar Tipps zu Eleganz, Passform und wie ihr unangenehme Nebenerscheinungen vermeidet.
Donnerstagabend, 21.15 Uhr. Die Schlange vor der Nürnberger Bar77 wächst und wächst. Ein Mädchen schicker als das andere. Die jungen Frauen unterhalten sich angeregt, trinken mitgebrachtes Bier und warten auf Einlass – auf ihren hohen Hacken.
Auch Alina und Katha aus Nürnberg stehen da. Die Studentinnen gehen regelmäßig in besagte Location in der Luitpoldstraße. Fast immer führen sie ihre High Heels aus. „Es macht weiblicher“, sagt Alina. „Und elegante Kleidung passt besser dazu.“ Die 22-Jährige trägt beigefarbene Pumps mit etwa 9-Zentimeter-Absätzen, dazu einen schicken Mantel in derselben Farbe. Darunter kann man einen schwarzen Minirock erahnen.
Katha ist etwas lässiger unterwegs. Zu ihrer blauen engen Jeans hat sie sich für schwarze Booties mit schmalem, hohem Absatz entschieden. „Hohe Schuhe strecken das Bein“, findet sie. Zum Einsatz kommen die Stöckelschuhe meist beim Fortgehen, sechs bis sieben Paar stehen in den Schränken der jungen Damen. „Die höchsten haben 13 Zentimeter, aber da ist der Absatz etwas breiter – das gibt mehr Halt“, sagt Alina.
Dass der Schuh einen sicheren Halt bietet, finden auch Experten wichtig. Monika Richter vom Prüf- und Forschungsinstitut etwa ist für die Schuhentwicklung zuständig. Sie war auch als Studienleiterin des Deutschen Fußreports dabei, bei dem deutschlandweit 10400 Füße vermessen wurden. „Schaut euch das Objekt der Begierde vor dem Reinschlüpfen erst mal an“, rät die Fachfrau. „Steht er stabil oder kippt er gleich um? Der Schuh sollte auf der gesamten Absatzfläche stehen, nicht nur auf der Kante!“
Dann dürfe die Ferse nicht herumrutschen, warnt Richter. „Die High Heels sollten keine glatte Rutschbahn sein, bei der der Fuß zu sehr in die Spitze rutscht.“ Je höher der Absatz, desto wichtiger ist die richtige Passform! Könnt ihr hinten einen Finger reinstecken? Dann muss oft ein anderer Schuh her, mit einer Größe kleiner ist es meist nicht getan.
Alina hat ihre Pumps erst kürzlich gekauft. Deshalb hat sie vorsichtshalber flache Ballerinas in ihrer Handtasche dabei. Neue Schuhe sollten unbedingt eingelaufen werden, meint Katha, die sich in der Absatzhöhe langsam gesteigert hat. „Meine Mutter veräppelt immer watschelnde Frauen, das wollte ich nicht hören!“, erzählt die Studentin.
Zwei Zentimeter aufstocken
Doch welche Absatzhöhe ist die richtige? Gewöhnungssache, sagen die Studentinnen. Orthopäden warnen davor, die übliche Absatzhöhe spontan um drei bis vier Zentimeter zu überschreiten. Lieber bei zwei anfangen. Die meisten Frauen kommen mit fünf bis sechs Zentimetern am besten zurecht. Alles, was höher ist, geht nur zu bestimmten Anlässen – zum Beispiel dem Discobesuch.
Der Nürnberger Club Goija wirbt sogar mit seiner High Heels Party jeden Samstag . Wer mindestens acht Zentimeter vorweisen kann, erhält freien Eintritt. Hanna ist mit ihrer Freundin regelmäßig im Goija anzutreffen – in ihren Lieblingsschuhen aus schwarzem Lack und mit Plateau-Absätzen. Auf diesen läuft es sich übrigens in schwindelerregenden Höhen viel einfacher als auf Pfennigabsätzen, sagt die 17-Jährige. Da gehen dann auch 14 Zentimeter. Das Plateau unter dem Vorfuß mindert nämlich den Höhenunterschied zwischen Ballen und Ferse.
Hanna übte ein paar Mal zu Hause, bevor sie auf hohen Hacken die Straße betrat. „Am Anfang war das eine holprige Sache“, gibt die Gymnasiastin aus Schwabach zu. Holprig wird es definitiv auch auf dem Kopfsteinpflaster, das weite Teile der Nürnberger Altstadt übersät – und so mancher Besucherin den Weg in den Club erschwert.
„Das ist die Hölle!“, findet Hanna, die immer ganz langsam auf den Steinen läuft, auf den Boden sieht und sich an einem starken männlichen Begleiter festkrallt. „Die Freundin würde ja gleich mit umfallen.“ Studentin Katha kennt noch einen anderen Trick: „Auf den Zehenspitzen laufen, dann bleiben die dünnen Absätze nicht hängen. Oder im Sommer nach der Disco einfach barfuß gehen“, empfiehlt die 22-Jährige.
Auf die Frage, ob den Freundinnen auf ihren High Heels schon Schlimmeres passiert sei, muss Alina kichern. „Gebrochen haben wir uns nichts, meistens bekommen wir furchtbare Blasen. Aber einmal bin ich mit dem Absatz in einer Ritze in der Brücke hängengeblieben – knack, und schon war er ab“, erzählt die Nürnbergerin von einer peinlichen Situation. Auch Hanna kann mithalten: „Ich bin am Hauptbahhof vor vielen Leuten zwei Stufen runtergefallen. Zum Glück ist nichts passiert!“
Unschöne Verformungen
So glimpflich kommen aber nicht alle davon – die gesundheitlichen Folgen zu hoher Absätze klingen gruselig. Habt ihr schon was von Krallen- oder Hammerzehen gehört? Manchmal verlagert sich auch der kleine Zeh dauerhaft über seinen Nachbarn. Arzte sagen, dass sich bei Frauen, die ihren Füßen keine Pause von ihren Pumps gönnen, die Sehnen im Vorderfuß verkürzen können.
Doch was interessieren Langzeitfolgen, wenn womöglich Glatteis und Schnee den Weg zur Disco zur Rutschpartie machen? „Kein Problem“, finden Alina und Katha, die auch dann die Stilettos nicht im Schrank verstauben lassen. „Entweder wir fahren mit dem Auto vor und ziehen uns darin kurz um. Oder wir wählen schneetaugliche High Heels, die bis zum Knöchel gehen, oder hochhackige Stiefel.“
Wer sich mit hohen Absätzem allerdings nicht wohl fühlt, sollte generell darauf verzichten, sagen Experten. Die ganze Eleganz einer Dame, die High Heels noch hervorheben, ist durch den falschen Gang schnell ruiniert. Und wer blamiert sich schon gerne in der Öffentlichkeit?
STEFANIE GOEBEL/dpa
|
link:http://www.fussballtrikots2012....
link:http://www.fussballtrikots2012....
image:http://www.fussballschuh8.com/...
image:http://www.fussballschuh8.com/...
link:http://www.fussballschuh4.info/...