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Christina Mulzer wirbelt seit fünf Jahren als Tanzmariechen über die Faschingsbühne
Helaaauuuu! Alaaaf! Wir stecken mittendrin – im Fasching. Für die Tanzmariechen, die Aushängeschilder der Faschingsvereine, ist Hochsaison. Auch für Christina Mulzer, fränkische Meisterin und Junioren-Tanzmariechen beim Röttenbacher Karneval-Club „Die Besenbinder“.
Langsam füllt sich der Saal. Hinter der Bühne steigt die Aufregung. In einer knappen halben Stunde steht auch Christina Mulzer im Scheinwerferlicht – wenn sie als eines der neun Tanzmariechen des Karneval-Club Röttenbach über die Bühne wirbelt.
Seit sieben Jahren tanzt die Neuntklässlerin bei den „Besenbindern“ in der Tanzsportgarde, seit fünf Jahren zusätzlich solo als Tanzmariechen. Dass sie darauf stolz ist, sieht man dem zurückhaltenden Mädchen sofort an. „Als Tanzmariechen wird man entdeckt“, erklärt die 14-Jährige. „Die Trainerin sucht aus der Tanzgruppe aus, wer besonders gut ist.“
Die Röttenbacher Karnevalisten zeigen gern, dass sie ein Talentschuppen für Tanzmariechen sind: Bei ihrer großen Prunksitzung lassen sie gleich neun Mädchen im Mariechen-Medley aufschlagen. Selbst bei rund 100 Tänzerinnen im Verein eine stolze Quote.
Jedes Mariechen stellt mit ihrem Tanz und Kostüm einen eigenen Typ dar, abgestimmt auf den Charakter der jeweiligen Tänzerin. Christina steckt diese Faschingssession in einem pinken Marsch-Outfit, die Haare zu Zöpfen geflochten, die Beine in hautfarbenen Strumpfhosen verpackt. Rund 600 Euro und für „Designer“ Marcus Bach und das Nähteam viele Stunden Handarbeit hat Christinas Kostüm samt Hut gekostet.
„Pink ist meine Farbe“, sagt Christina und schmunzelt. Jedes Mädchen darf beim Kostümentwurf auch selbst zeichnen und mitbestimmen – schließlich ist es allein während der gut achtwöchigen Faschingszeit zehn- bis zwölfmal darin vor Publikum zu sehen. „Das erste und letzte Kostüm der Karriere behält man meist, die anderen werden verkauft“, erzählt Christina. Viermal pro Woche schlüpft die Schülerin in Jogginghose und Gymnastikschläppchen, um Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit zu trainieren und Akrobatik-Figuren zu üben. Für freihändige Räder, gesprungene Vorwärts- und Rückwärtsbögen oder Flic-Flac braucht Christina viel Körperspannung und hohe Dehnbarkeit in allen Muskeln – auch in den Lachmuskeln. Denn Dauerlächeln ist für Tanzmariechen Pflicht.
Ihr Trainigsfleiß hat sich bereits mehrfach ausgezeichnet: Im November sicherte sich Christina den Titel der mittelfränkischen und fränkischen Meisterin und ließ dabei 57 Konkurrentinnen hinter sich. Außerdem qualifizierte sie sich für die Süddeutschen Meisterschaften im kommenden März. „Da gibt’s eine starke Konkurrenz“, fürchtet Christina. „Ich würde mich wahnsinnig freuen, wenn ich es auf die Deutschen Meisterschaften schaffen würde.“ Dafür müsste sich die Weisendorferin auf einen 6. Platz tanzen, im Vorjahr schaffte sie es immerhin auf Platz 10.
Konkurrenz kommt bei Turnieren auch immer aus dem eigenen Verein – und manchmal auch durch drei Jahre jüngere Mädchen. „Wenn eine Jüngere besser bewertet wird, liegt’s oft auch am Süß-sein-Faktor“, sagt Christina gelassen. Sie weiß, dass sie mit ihren Zehenspitzen noch ein Hühnchen zu rupfen hat: „Die vergesse ich manchmal, einfach zu strecken.“
Dann huscht sie hinter die Bühne. Mit zwei Kolleginnen werden noch schnell ein paar Schritte des Medleys geprobt, während Betreuerinnen Perücken verteilen und Kostüme zurechtzupfen. Jetzt bumbert auch Christinas Herz. „Aber nur, bis ich auf die Bühne rausgehe!“ Das Licht im Saal erlischt, die Musik ertönt – „es geht los, es geht los!“ ruft ein Tanzmariechen.
KRISTINA BANASCH
In der Rubrik Extra-Talent stellen wir Mädchen und Jungs vor, die ein außergewöhnliches Hobby haben oder in irgendetwas besonders erfolgreich sind. Mailt uns eure Talent-Tipps!
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