Schaut, wir sind die Jugend von heute PDF Drucken

 

altSchüler aus fünf Nürnberger Schulen bereiten sich auf eine große Show vor

Singen, rappen, sprayen, tanzen und filmen – hört sich nicht nach Unterricht an? Doch! Das sind Workshops, die die Schüler von fünf Nürnberger Schulen beim Projekt „crossover@school“ drei Tage lang beschäftigen. Wir haben sie bei den Vorbereitungen auf ihre (nicht-öffentliche) große Bühnenshow begleitet.

Turnhalle, 10 Uhr. 270 Schüler haben sich in einer Ecke versammelt. Sie sind unruhig. 20 Coaches stehen in einer Linie vor ihnen und warten. Dann kommt Rapper Samy Deluxe dazu mit einem großen schwarzen Koffer – er ist gerade erst aus New York zurückgekommen. Er steht auch da und wartet – bis es mucksmäuschenstill ist. Nach fünf Minuten ist es soweit. Ein Coach ergreift das Wort und begrüßt die jungen Leute zu „crossover@school“. Drei Tage lang dürfen die Schüler der Paul-Moor-, Konrad-Groß-, Bismarck-, Thusnelda- und Buchenbühler Schule für eine große Show im Löwensaal üben. Die meisten Jugendlichen kennen sich nicht, noch nicht – denn das wird sich schnell ändern!

altWerkraum. Etwa 30 Schüler sitzen in Gruppen zusammen. Sie stehen vor ihrer ersten Aufgabe: ein Spruch muss her, der als Graffiti ein Bühnenbild bilden soll. „Take it cool“, „City of Nürnberg“ oder „Crossover by Samy Deluxe“ lauten die ersten zaghaften Vorschläge. „Der Spruch sollte euch repräsentieren“, fordert Coach Ron die Schüler auf, noch mehr zu hirnen. „Nürnberg – Wir halten zusammen“ wird schließlich festgehalten. Ob es dabei bleibt? Viel interessanter für die 13- bis 16-Jährigen ist der Aufbau eines Graffitis, den Coach Scotty an der Tafel zeigt. „Ihr fangt mit der hellsten Farbe an, das ist eure Vorskizze“, erklärt der 35-Jährige und schreibt „MOE“. Dann kommt Farbe ins Spiel – das Filling. Danach werden die Outlines (Außenlinien) nachgezogen, bevor ein 3D-Effekt oder Schatten dazukommt. Zum Schluss werden Bubbles, Sterne oder Characters gezeichnet und Glanzlinien auf das Graffiti aufgebracht. Fertig! Jetzt sind die Schüler dran – sie dürfen aus ihren Namen einen „Tag“, ihre eigene Signatur, kreieren.

altAuf dem Flur zum Gesangsworkshop hört man bereits leise Töne. Drinnen sind die Jungs und Mädels mitten in der Performance. Die beiden Coaches Hanife und Ngone singen mit den Schülern „We found Love“ von Rihanna. Den Refrain trällern alle gemeinsam, die Strophen werden von einem oder zwei Jugendlichen als Solo gesungen. Der englische Text bereitet manchen noch einige Schwierigkeiten, deshalb wird er zwischendurch nochmal gelesen.
Dann erklingt wieder das Keyboard, das die zarten Stimmen der Schüler begleitet. „Beim Solo müsst ihr Gas geben!“, fordert Hanife die schüchternen Schüler auf. „Wenn ihr nach vorne geht, dann ballert den Text raus.“ Einen Tipp gibt sie den jungen Sängern noch: „Ihr müsst viel trinken, aber nichts Süßes, das verklebt eure Stimme – und keine Schokolade vor dem Auftritt!“

„Jugend von heute“ gegen „Mobbing, Vorurteile, Rassismus“. Zwei Themen – zwei Rap-Workshops – zwei Coaches. Während die Jungs und Mädels um Rapper Motrip planen, auf der Bühne mit zwei gegeneinander rappenden Teams zu stehen, denken die Jugendlichen mit Coach Ali an einen gemeinsamen Refrain mit Soloeinlagen. „Acht gleichzeitig macht mehr her“, feuert Motrip seine Gruppe an. Doch mit welchem Satz beginnen wir? Der erste ist der schwerste! Die Gruppe hat zwar noch keinen Text, aber zumindest sind alle mit dem Konzept glücklich.

Bei Ali nehmen die Texte hingegen schon konkrete Formen an. „Schaut uns an wir sind die Jugend von heute...“ – der Refrain steht, jetzt müssen die jungen Leute nur noch an ihren Reimen feilen. „1, 2, 3, 4, euer Text muss im Takt bleiben“, sagt Ali. Vero aus der Bismarckschule hat es schon drauf – und bekommt ein dickes Lob. „Unser Thema heißt Jugend von heute, weil uns dazu das meiste eingefallen ist“, erklärt die Schülerin, der das Reimen offensichtlich locker von der Hand geht.

altLocker geht es auch in der Turnhalle zu. Dort studieren die jungen Leute Schritte für ihre HipHop-Choreo ein – mit viel Arm- und Beineinsatz zu fetziger Musik. Wisst ihr eigentlich, was HipHop bedeutet? „Hip ist cool und Hop heißt Party. Zusammen ist das ’ne coole Party“, sagt Coach Annika, die mit den Schülern verschiedene Elemente des New Style HipHop performen möchte.
Der erste Tag ist geschafft! Heute geht’s weiter. Ob es die 270 Schüler schaffen, bis morgen Abend eine tolle Show für ihre Familien auf die Beine zu stellen? Wir sind gespannt! Ein Bericht folgt am Montag auf „Extra-Schüler".

STEFANIE GOEBEL
 

 

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