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Die Teilnehmer eines Poetry-Slam-Workshops liefern im Nürnberger K4 den Beweis
Einmal so richtig auf der Bühne abgehen – ganz ohne Instrument?! Poetry Slammerin Pauline Füg hat im Nürnberger Jugendhaus Luise neugierigen Nachwuchs-Poeten fit für ihren Auftritt gemacht.
„Würden Sie sich auf die Straße stellen und brüllen: Ich bin gegen soziale Ungerechtigkeit?”, liest Moritz (15) laut von einem Blatt Papier ab. Kurz vorher hatte er den Text notiert – das war schließlich seine Aufgabe im ersten Teil eines Poetry- Slam-Workshops im Jugendhaus Luise, der von den Initiativen laut! und Bluepingu organisiert wurde.
„Ich schreibe gerne Geschichten und mag es, mit Worten umzugehen“, erzählt der 15-Jährige. „Aber ich will mich noch verbessern!“ Da ist er bei Pauline Füg, einer der besten Poetry Slammerinnen Deutschlands und Leiterin des Workshops, genau richtig.
Gleich am ersten Tag des Kurses, der sich unter anderem mit dem Thema soziale Gerechtigkeit befasst, kitzelt sie mit Schreibübungen zu Motiven wie „Wenn ich ein Superheld wäre“ die cleversten Wortspiele und -bilder aus Moritz und den anderen Teilnehmern heraus.
Aber worum geht es bei Poetry Slam eigentlich?
„Das ist ein Dichterwettkampf, bei dem mehrere Leute selbst geschriebene Texte vortragen“, erklärt Pauline. „Am Schluss kürt das Publikum den Sieger der Herzen, aber eigentlich geht es nicht ums Gewinnen, sondern nur um Poesie.“ Kurz: „Poetry Slam ist der Rock’n’Roll der Literatur!“
Und weil das so ist, geht es eine Woche später im zweiten Teil des Workshops gleich Rockstar-mäßig auf die Bühne der Luise Cultfactory. Aber nicht, ohne vorher ein paar Sprechübungen gemacht zu haben. Auch das geschickte Einstellen des Mikrofonständers will geübt sein, ganz zu schweigen von der richtigen Atemtechnik. An was man alles denken muss, wenn man auf der Bühne steht!
„Das Wichtigste bei einem Auftritt ist aber, dass ihr euren Text mögt“, rät Pauline, „und dass ihr Bock habt, auf die Bühne zu gehen!“ Bei Moritz rennt sie damit offene Türen ein. Wie ein Profi liefert er seinen Text über soziale Gerechtigkeit ab. „Richtig gut vorgetragen!“, lobt Pauline. „Jetzt kannst du noch versuchen, ein paar wichtige Sätze aus dem Text auswendig zu lernen und dann immer wieder ins Publikum zu gucken. So baust du eine ganz krasse Spannung auf!“
Auftritt am Donnerstag
Ein wertvoller Tipp, den Moritz gut gebrauchen kann, denn am Donnerstag, 16. Februar, tritt er ab 19.30 Uhr mit seinen frisch verfassten Werken vor Publikum im K4-Festsaal auf, genau wie Pauline Füg und Workshop-Teilnehmer Jakob. Angst davor hat Moritz keine, denn auf der Bühne fühlt er sich pudelwohl: „Ich spiele seit der Grundschule Theater. Und dieser Workshop hat mir wirklich sehr gut gefallen! Auf alle Fälle werde ich auch nach unserem Auftritt weiterslammen!“
ANNA MATTHEY
Einen Videobeitrag zum Thema findet ihr hier
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