| Tolle Uni, mieses Essen – typisch England |
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Unter dem Motto „Ausland-Extra“ stellen wir in loser Folge verschiedene Aspekte eines Auslandsaufenthaltes während des Studiums vor. Hier Teil 5: Eindrücke vom Studium an der Teesside University in Middlesbrough/England.
Knapp">Knapp neun Monate lang im Voraus hatte ich meinen Aufenthalt in England geplant, und nach einem tränenreichen Abschied von meinen Lieben am Nürnberger Flughafen kehrte ich der Heimat den Rücken. Trotz aller Freude auf das, was kommen würde, hatte ich ein ziemlich mulmiges Gefühl im Magen, denn noch hatte ich keine Wohnung gefunden. Als ich am frühen Abend in Middlesbrough ankam, bezog ich ein Zimmer im Hotel. Dieses „Hotel“ hätte perfekt als Kulisse für einen Gruselfilm dienen können. Sowohl die Besitzerin als auch die anderen Gäste wirkten ziemlich zwielichtig. Schnell eine Wohnung finden und weg hier. Das war mein Ziel. Schon am ersten Abend traf ich mich mit einer Studentin, um mir ein WG-Zimmer anzusehen. Nach dem ich ewig durchs nächtliche Middlesbrough geirrt war, fand ich schließlich das richtige Haus. Die Studentin war sehr nett, aber schnell wurde mir klar: sechs Mädels und ein Bad, das kann nicht gut gehen! Nachdem ich in den folgenden Tagen diverse Wohnungen angesehen hatte, in denen ich nicht wohnen wollte, fand ich über eine Agentur die richtige Bude. „Python Properties“ vermietet möblierte Zimmer an Studenten. Da es mit deren Hilfe viel leichter ist, etwas Passendes zu finden, kann ich es nur empfehlen, sich an eine Agentur zu wenden. Zunächst richtete ich mein kleines Zimmer ein bisschen wohnlich ein. Dann begann die „Freshers Week“. In der Woche, bevor die Uni losgeht, und in der ersten Semesterwoche werden die Ersties an der Teesside University begrüßt – das heißt: Jeden Abend wird gefeiert.
Als deutsche Studentin erwartet man ja grundsätzlich eher wenig von einer Uni. Man ist daran gewöhnt, sich um alles selbst zu kümmern, weil es sonst kein anderer macht. Seit ich in England bin, weiß ich: Es geht auch anders. Dozenten können Zeit haben und spezielle Fragen beantworten. Außerdem kann es ein ganzes Team an der Uni geben, das nur damit beschäftigt ist, die Technik am Laufen zu halten. Und es gibt Seminarräume, die ich mit 20 anderen Studenten und 30 (funktionierenden) Computern teile. Der Preis, den man für die Annehmlichkeiten an der Uni zahlt, ist der Ärger über das Essen. Zu Beginn meines Aufenthalts hatte ich mich noch über das reichhaltige Fast-Food-Angebot gefreut. Hier gibt es einfach alles: Von Klassikern wie „Fish and Chips“ und Pizza bis hin zu regionalen Spezialitäten wie „Chicken Parmo“. Das ist Hühnerbrust mit Bechamel-Sauce übergossen und dann mit Cheddar-Käse bestreut. Dazu isst man üblicherweise Pommes. Diese Delikatesse lässt das Herz jedes Studenten höher schlagen und wird von vielen als leichter Snack zwischendurch in der Mittagspause verschlungen. Nebenbei bemerkt: Pommes gibt es hier nicht nur zu „Chicken Parmo“, sondern zu jedem Essen. Ich habe nicht schlecht gestaunt, als ich erstmals eine Kommilitonin sah, die Salami-Pizza mit Pommes und Ketchup verspeist hat. Weil ich vom hiesigen Essen schon nach einer Woche genug hatte, esse ich jetzt oft zu Hause. Doch da geht das Dilemma erst richtig los, denn in England gibt es überall nur Toast. Kein Bauernbrot, keine Brötchen, geschweige denn Vollkornbrot. Meine Verzweiflung hat mich schon auf die Seite eines bekannten Webstores getrieben, um mir eine Brot-Backmischung zu ordern. Mal sehen, wie mein erstes selbst gebackenes Brot schmeckt. Neben einer einfachen Scheibe Brot würde ich mittlerweile auch so einiges für ein gutes fränkisches Schäufele geben. Bis ich an Weihnachten heimkomme vergeht allerdings noch ziemlich viel Zeit. SOPHIE SONNENBERGER
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