Deutscher Sommer: Eine Achterbahn! PDF Drucken

 

Illu.: Bastian ReinleinEndlich Sommerferien: Aber das Wetter lässt uns meistens im Stich —  Kampfansage an den Wettergott Petrus

„Boah, langsam kann ich dich echt nicht mehr sehn!“ Nein, das sind nicht die Abschiedsworte meiner Mutter, wenn ich morgens das Haus verlasse. In diesem Fall sind es meine eigenen. Diese Kampfansage gilt nämlich Petrus, dem Wettergott. Ja, ich weiß, dieses Duell werde ich wahrscheinlich verlieren, Petrus. Aber ich muss es dir endlich mal sagen: Es ist nicht mehr auszuhalten mit dir! Erst brennst du uns nieder und dann verregnest du uns die Ferienlaune.

 

 


Es ist doch immer wieder das Gleiche: Man muss von Glück reden, wenn es in den Osterferien nicht mehr schneit. Auf die nächsten Ferien kann man sich aber auch nicht freuen, weil es in den Pfingstferien sowieso immer regnet. Und dann? In den Sommerferien versüßt du uns die schönste Zeit des Jahres abwechselnd mit Sonne und Regen. Aber entscheide dich doch mal für eins von beiden! Denn viel Zeit bleibt dir nicht mehr. Wir hoffen, du bist vernünftig und bescherst uns einen richtigen Sommer. Auf Regen hat keiner Bock.

 

Aber woher kommen deine Stimmungsschwankungen? Es gibt viele Theorien: von zu wenig gelernt bis nicht aufgegessen. Aber meine Oma kennt sich mit ihren alten Bauernregeln aus: „Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen lang bestellt.“ Der Siebenschläfertag war am 27. Juni, die Temperatur betrug 24 Grad. Liebster Petrus, das heißt, du müsstest uns strahlenden Sonnenschein bescheren. Der Regen ist da total fehl am Platz.
Viele jammern schließlich schon seit September 2010, dass es endlich wieder Sommer werden soll. Aber kaum ist die Jahreszeit endlich angebrochen, wird es wieder nicht richtig warm.
Doch nicht jeder betet die Sonne an. Warum das so ist? Ganz klar: Wer kommt schon gerne total verschwitzt mit dem Fahrrad in der Stadt an? Außerdem hat nicht jeder eine Hot-Pants-Traumfigur, einen Swimming-Pool und die Veranlagung, schön braun zu werden, sondern krebsrot.

Den ersten Sonnenbrand hab’ ich dieses Jahr auch schon hinter mir. Man merkt erst nichts, gar nichts bis die Mutter einen plötzlich ganz besorgt ansieht und auf die roten Stellen hinweist. Dann spürt man plötzlich den Schmerz, den du einem zugefügt hast, Petrus! Nach nächtelangem Umherwälzen in meinem Bett, weil ich einfach nicht auf meinem verbrannten Rücken liegen konnte, ging irgendwann auch noch meine Haut ab. Den nächsten Seebesuch könnt ihr euch jetzt wohl vorstellen: Schmerzen bis zum Gehtnichtmehr, einen zerfransten Rücken und dazu ein hässliches weißes Baumwoll-T-Shirt, damit die verbrannten Stellen nicht noch roter werden. Dankeschön!

 Das Beste daraus machen

Das Leben mit der Sonne ist wahrhaftig nicht für jeden was. Aber eintauschen mit langweiligen, verregneten Nachmittagen? Niemals! Ein bisschen Regen stört ja keinen, aber wochenlang hat keiner Lust darauf. Denn für nasse Strände, feuchte Terrassenmöbel und ewiges Rumhocken im Haus gibt es keinen „Gefällt mir nicht“-Button. Also lass’ dir gefälligst was einfallen, Petrus!
Es heißt immer: Man soll einfach das Beste aus jeder Lebenssituation schöpfen (nein, das ist jetzt kein Zitat aus einem Lebensratgeber, auch wenn ich letztens wirklich so ein Ding in der Hand hatte). Egal! Was ich eigentlich damit sagen will: Lasst uns die Ferien trotz Regenschauer und Affenhitze genießen. Meine Tipps bei übertriebener Hitze: Auch bei Figurproblemen ab in den Bikini oder die Badehose und los ins Freibad oder an den See. Ihr müsst auch kein schlechtes Gewissen haben, wenn ihr euch mal eine Kugel Eis mehr gönnt. Außerdem müssen Mädels keine dicke Make-Up-Schicht auftragen, denn die zerläuft sowieso irgendwann.

 Filme- oder Spielenachmittag

Aber auch bei Regenwetter müsst ihr den Kopf nicht hängenlassen: Wie wär’s mal wieder mit einer langen Film-Session mit beliebten amerikanischen Serien wie „Grey’s Anatomy“, „OC California“ oder „How I Met Your Mother“? Oder einfach mal wieder ein Besuch im Kino? Diesen Sommer gibt es coole neue Filme zu sehen wie „Plötzlich Star“ und „Planet der Affen: Prevolution“. Ein Spielenachmittag mit Klassikern wie Monopoly oder Twister wär’ doch auch eine Idee!:

Lieber Petrus, wir bitten dich trotzdem, uns ein bisschen Sonnenschein vorbei zu schicken. Aber keine Machtspielchen a la morgens grauer Himmel, nachmittags höllischer Sonnenschein.

NINA DWORSCHAK

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