| Bitte vertagt euren Schrei-Wettbewerb! |
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Angela (19) ist in einer Großfamilie zu Hause und versucht oft, Regina (16), Tristan (14), Beatrice (10), Julian (8) und Leonard (6) zu bändigen. Wenn ich gefragt werde, wie viele Geschwister ich habe, machen die meisten große Augen bei der Antwort. Ich habe nämlich fünf Geschwister, alle jünger als ich: zwei Schwestern und drei Brüder im Alter von sechs bis 16 Jahren. Andere können sich gar nicht vorstellen, so viele Geschwister zu haben.
Aber ich kenne es nicht anders: Seit ich zwei Jahre alt war, bin ich kein Einzelkind mehr. Häufig ist es sehr anstrengend und laut mit so einer Kinderbande zu Hause. Wer sich schon von einer Schwester oder einem Bruder genervt fühlt, hat noch nicht erlebt, wie mehrere Schulkinder gemeinsam „Der Fußboden besteht aus Lava“ oder „Wer kann am lautesten schreien“ spielen. Auf die Kleinen aufzupassen, war oft sehr stressig. Sie brauchten ununterbrochen Beaufsichtigung! Deswegen gehörte es für mich zum Alltag, ein Auge auf die Kinder zu werfen. Auf was für Ideen die auch so kommen können: die Tapete, die Bettwäsche oder auch Kleidung wunderbar mit Edding verzieren. Währenddessen versucht ein anderes Geschwisterkind, alleine einen Apfel zu vierteln — mit einem Brotmesser – und schneidet sich dabei fast die Finger ab. Nebenan schreit dann auch noch das Nesthäkchen nach Süßigkeiten, und im Wohnzimmer gehen zwei Streithähne aufeinander los. Wenn ich telefoniere, muss ich oft gegen eine große Geräuschkulisse anreden. Ab und zu schimpfe ich meine Geschwister dann und bitte sie, ihre Schrei-Wettbewerbe ein anderes Mal auszutragen. Das sorgt für Gelächter am anderen Ende der Leitung und für die Bemerkung, dass ich „nicht zu streng mit meinen süßen Geschwistern“ sein soll. Putzig sind jüngere Schwestern und Brüder freilich — vor allem, wenn man sie nicht ununterbrochen um sich herum hat. Doch meine vielen kleinen Geschwister sind keine Monster, zumindest nicht allzu oft ... Ich habe immer viel Spaß mit ihnen. In jeder Altersstufe hatte ich jemanden zum Spielen. Und ich bringe ihnen als Älteste auch gerne Dinge bei. Ich komme gut mit kleinen Kindern aus, einfach weil ich den Umgang mit ihnen gewöhnt bin. Bei uns zu Hause ist außerdem immer etwas los. Eines von meinen Geschwistern hat immer Zeit, selbst wenn es nur zum Reden ist. Obwohl meine Geschwister mich häufig auch nerven — ich würde niemals statt fünf nur ein oder zwei Geschwister haben wollen. ANGELA SCHUBERTH
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