Melodien aus der Nähmaschine PDF Drucken
Dienstag, 18. Oktober 2011

Foto: APKlamotten sleber machen ist leichter gemacht als gedacht 

Sssrrr, ssrrr, ssrrr. Im kleinen Kellerraum der Luise surren die Nähmaschinen. Ein Mädchen und drei Jungs hantieren hoch konzentriert mit Stoff, Nadel und Fußpedal. Ein anderes Mädchen wühlt in einem Karton mit bunten Stoffen und ein Junge kramt mit kritischem Blick in einer Kiste in einem wilden Haufen Knöpfe, Reißverschlüsse und Perlen in allen Farben, Formen und Größen. „Melodien aus der Nähmaschine“ heißt der Kurs, zu dem Musikerin und Modekünstlerin Stephanie Müller Jugendliche während der Jugendkulturtagen mischen! ins Jugendhaus Luise geladen hat.

Dabei geht es Kursleiterin Stephanie nicht darum, dass die Jugendlichen am Ende ein perfekt geschneidertes Kleidungsstück hergestellt haben. „Sie sollen ohne Vorgaben das ausprobieren, was sie wollen, im Handarbeitsunterricht geht das ja meistens nicht.“ sagt sie. Und die Jungen und Mädchen sind von dieser Idee sichtlich begeistert. Martin (13) hat auf das Revers eines silbergrauen Sackos eine Krawatte genäht. Nun möchte er noch ein paar Gitarrenplektren (die kleinen Plastikplättchen mit denen man über die Saiten streicht) als Knöpfe annähen. Er hält sie an die Jacke und bittet Julian (12) um Rat: „Was sagst du zu denen?“

Foto: MatejkaDie Plektren sind nicht das Einzige, was man nicht in einem Nähkurs vermuten würde. „Man kann alle möglichen Materialien verwenden und damit experimentieren“, weiß die Kursleiterin. Sie zeigt selbst gemachte Knöpfe aus Radiergummistücken und Computertasten. Sie sehen eigentlich noch wie auf der Tastatur aus, aber durch ein Loch, das mit einer heißen Nadel hineingestochen wurde, kann man sie mit einem Faden annähen. So sind auch Martins Gitarrenplektren-Knöpfe entstanden.

Stephanies Geheimtipp für ein tolles Geldbeutelmaterial: Einfach ein paar Plastiktüten durch ein Stück Stoff zusammenbügeln, je mehr Tüten ihr nehmt, desto fester und bunter wird es. Die Jungs und Mädels verwenden für ihre Werke außerdem Stücke aus Absperrband, alten Schwimmflügeln und Industriefolie. Niklas (12) näht sich ein Kissen mit Gesicht und Armen aus Schnürsenkeln und verziert es mit bunten Flicken aus Filz. Für den Mund hat er ein Loch in den grünen Stoff geschnitten und möchte dort ein Stück orangefarbene Folie einnähen.

Besonders spannend ist für alle die Nähmaschine. Man kann sie sogar zur Schreibmaschine umfunktionieren, wie Julian. Er hat seinen Namen auf ein Stück Filz genäht. Doch oje, er hat das „I“ vergessen! Zum Glück kann er es noch reinnähen. Dazu muss er aber kurz auf Stephanie warten. „Mir ist der Oberfaden gerissen, den kann ich nicht alleine einfädeln.“

Kleben, tackern, lochen
Man braucht jedoch keine Nähmaschine, um seine textilen Träume zu verwirklichen. „Kleben, tackern, Löcher mit dem Locher oder der Schere machen und die Stoffe mit Bändern oder Schnüren zusammenfädeln – alles ist erlaubt“ sagt die Kursleiterin.

Habt ihr Lust bekommen? Dann schnappt euch Stoffreste, Knöpfe, Nadel, Faden und Kleber und legt los! Vielleicht hat ein von euch aussortiertes Kleidungsstück noch eine Chance euer Lieblingsstück zu werden?

DANIELA KAISER 

altHabt ihr Lust bekommen selbst Nadel und Faden schwingen? Dann ist unser Gewinnspiel genau das Richtige für euch! Wir verlosen zusammen mit dem Knaur Verlag fünfmal das Buch „Old Stuff, New Fashion“ von Hanna Charlotte Erhorn. Nach einer kurzen Einführung in ein paar Grundlagen werden viele Ideen vorgestellt wie man aus alten Klamotten trendige Lieblingsteile machen kann. Zum Beispiel erwartet euch eine Anleitung, wie man eine Mütze und einen Schal aus dem Ex-Lieblingswollpulli zaubert. Der Schal entsteht aus den abgetrennten und zusammengenähten Ärmeln, die Mütze ist in wenigen Schritten aus dem Vorder- oder Rückenteil des Pullis zusammengenäht. Es gibt außerdem Tipps zum Verzieren von Brillen, Regenschirmen und Schuhen. Außerdem sind im Buch tolle Vorschläge enthalten wie ihr langweilige Oberteile mit Motiven zum Aufbügeln aufpeppen könnt. Wenn ihr ein Buch gewinnen wollt, mailt uns mit dem Stichwort „Nähen“ . Einsendeschluss ist der 28. Oktober 2011.
 

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