| Von der Muse geküsst |
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Tolle Gedichte beim Lyrikwettbewerb der Gymnasien Manche Dinge kann man nicht einfach so erzählen. Denn vielleicht ist es pure Fantasie oder ein abwegiger Gedanke, dem man einfach so mal freien Lauf gelassen hat. Wie wäre es, diese Ideen mal mit Hilfe eines Gedichts rauszulassen? Genau das haben etwa 250 Schüler aus mittelfränkischen Gymnasien gemacht und ihre Gedichte beim 9. Lyrikwettbewerb eingereicht. Gewonnen haben Ömer, Angela und Oliver. „Total gefreut“ hat sich Angela Schuberth aus der Q12 des Marie-Therese-Gymnasiums in Erlangen über den 1. Preis (300 Euro) für ihre vier Gedichte. Dass ihre „im Drang aufgeschrieben Stücke“ so gut ankommen, hätte sie nie erwartet. Angela schreibt, was ihr einfällt oder was sie sieht. Manchmal sind das auch einfach Leute, „die was komisches machen“, erklärt die 19-Jährige.
Schon mit 13 habe sie angefangen, die ersten Gedichte zu verfassen. Mit ihnen will die Schülerin „zum Nachdenken anregen“. Wenn ihr das gelingt, ist sie zufrieden. Wie gut ihr das gelingt, beweist das Urteil der Jury: Angela beobachte ihre Welt genau, ihre Gedichte seien „engagiert, konkret, bohrend, aber auch verschmitzt.“
Sie habe mit einer „lyrischen Leichtigkeit eine originelle und eigene Bildersprache, die den Ernst des poetischen Gegenstandes umso kontrastreicher unterstreicht“. Also keine Spur von „pubertärer Lyrik“, wie sie dachte.
Von der Muse geküsst, dichtet Oliver Riedmüller aus der K13 des Heinrich-Schliemann-Gymnasiums Fürth. Er erhielt für seine fünf Gedichte den 3. Preis (100 Euro). Wie passend erscheint da auch noch sein Lieblingsgedicht “definiere kuss“. Die Jury findet, dass sich die Gedichte des 20-Jährigen „an traditionellen Formen orientieren“. Zudem seien Olivers Gedichte von einer „großen Sensibilität“ geprägt.
„Oft sind große und kleine Gefühle, Ängste und Träume, Aufbegehren
SONJA FLEISCHMANN
Mehr Infos auf www.lyrikwettbewerb.de
1. Preis: Ömer Osman Türkmen, Hardenberg-Gymnasium Fürth
Stillschweigend
Du sagst: „Ich nehme keine Almosen“ und
sägst den Baum, der dir großzügig Schatten spendet, ab. Sinnlos schreist du mich an. Weil du niemals das
Interesse,
welches ich an dir habe, haben kannst.
Stillschweigend nehme ich alles hin.
Weil ich nicht besser bin.
1. Preis: Angela Schuberth, Städt. Marie-Therese-Gymnasium Erlangen
wer von seele spricht muss verrückt sein
ich bin ein wortfresser
ich spüre druckerschwärzeste schwärze
ich inhaliere bedeutungen und
mir wird schummrig wirr der kopf
ein universum
wenn hamlet eine seele hat
(und die hat er zweifellos)
dann besteht die möglichkeit:
seelenfixierungen auf papier
ich möchte auch gebannt sein
3. Preis Oliver Riedmüller, Heinrich-Schliemann-Gymnasium, Fürth
definiere kuss
es war am tag, an dem wir fliegen lernten
dass wir im rausch der beiden heißen seelen
uns eben als sich unsre blicke trafen
schnell wie das licht ins weite nichts entfernten
dort sahen wir im grellen sternenblitzen
vor lauter seele nichts als helles singen
und blieben stumm bis sich zwei lippen trafen
aus denen wir in dieser welt erwachten
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