Australien liegt flach PDF Drucken

Sich stocksteif machen, an einen ungewöhnlichen Ort legen und fotografieren - daraus besteht der neue Hype Ein ganzes Land frönt dem neuen Trend "Planking" - 150.000 Fans bei Facebook

Solltet ihr heute, am 25. Mai, Leuten begegnen, die stocksteif auf einer Kinderrutsche, einem Einkaufswagen oder einer Rolltreppe liegen, dann wundert euch nicht. Denn heute ist der erste „Welttag des Planking“, einem irren Trend aus dem Internet.

Zugegeben, solche komischen Situationen würdet ihr wohl eher in Australien erleben. Denn da ist Planking gerade so richtig in. Die Regeln des neuen „Sports“ sind denkbar einfach: Du machst dich steif wie ein Brett und legst dich – immer mit dem Gesicht nach unten und den Armen fest an die Seite gepresst – an die möglichsten und unmöglichsten Orte. Dann lässt du dich fotografieren und stellst das Ganze ins Internet, zum Beispiel in eine der vielen Planking-Gruppen bei Facebook.

Ein Blick dorthin zeigt: Je irrer der Planking-Ort, desto besser. Da liegen Leute auf Basketballkörben und Imbisstheken, schräg in Fahrstühlen oder Bäumen. Anfang Mai wurde im australischen Queensland ein 20-Jähriger angeklagt, weil er sich für ein Foto mal eben auf das Dach eines Polizeiautos legte.

Die Ordnungshüter fanden das gar nicht lustig, die Australier an sich aber offenbar schon: Innerhalb von vier Tagen nach dem Vorfall schoss die Mitgliederzahl der Facebook-Seite „Planking Australia“ von etwa 10000 auf über 100000 Fans! Inzwischen sind es schon über 150000. Minütlich kommen neue Bilder dazu; etwa 6000 sind es momentan.

Doch manche Planker gehen in ihrer Euphorie zu weit, so etwa der 20-jährige Acton aus Brisbane. Er stürzte in den Tod, als er sich für ein Foto-Shooting auf eine Balkonbrüstung im siebten Stock legte. Offenbar war er betrunken.

Seither ist die Planking-Gruppe auf Facebook mit der Info „Be Safe!!!“ versehen. Und sogar die australische Premierministerin sah sich veranlasst, ihre Landsleute zu ermahnen, den Trend nicht mitzumachen. Matt Fernandez aus Melbourne nimmt für sich in Anspruch, den Planking-Hype vor sieben Jahren ins Leben gerufen zu haben. Nun sagt der 24-Jährige: „Ich bin beeindruckt, wie sehr es sich verändert hat. Die Hauptintention war nicht, das auf Polizeiautos oder Bahngleisen zu machen.“ Deshalb warnt er: Achtet auf eure Sicherheit und handelt verantwortungsbewusst!

Dass sicher und lustig sich nicht ausschließen, beweisen kreative Planker täglich aufs Neue. Ein TV-Moderator, der auf seinem Desk im Fernsehstudio thront, schwebt wohl nicht gerade in Lebensgefahr. Auch Kinder, die quer auf Cornflakes-Packungen liegen, können nicht sehr tief fallen. Und für einen Schoko-Weihnachtsmann, der jetzt noch auf einem Gabenteller plankt, ist es eh Zeit, verspeist zu werden.

dpa/apk
 

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