2 Schnäpse oder 100 Dosen Red Bull PDF Drucken

Die Fahrer zeigen auf dem Hauptmarkt ihre besten Tricks. Foto: MatejkaDirtbiker aus Heroldsberg machen an der Rampe mitten in Nürnberg große Augen

Waghalsige Sprünge, kreative Tricks – die weltbesten Fahrer haben beim Auftakt des Red Bull District Ride in Nürnberg schon einmal gezeigt, was sie so drauf haben. Da bekommt nicht nur das Publikum ein bisschen Herzklopfen! Auch die beiden Dirtbiker aus Herolsberg, Daniel Engelhard (22) und Paul Franze (21), staunen nicht schlecht. Wir haben mit ihnen die Strecke abgecheckt und ein bisschen gefachsimpelt. Am heutigen Samstag geht’s nochmal um die Wurst.  

„Nach zwei Schnäpsen fahre ich da schon runter“, witzelt Daniel über die Rampe am Rathaus, die zwölf Meter hoch ist. Doch als der 22-jährige Dirtbiker aus Herolsberg sie mit eigenen Augen sieht, stockt ihm kurzzeitig der Atem. „Das ist die höchste Rampe, die ich je gesehen habe“, sagt auch Bikerkumpel Paul. Das Praktische daran ist jedoch: „Man muss sich nicht um Speed kümmern, sondern rollt einfach runter.“ Danach wird der Biker über eine Absprungrampe in die Luft katapultiert und kann zeigen, was für Tricks er draufhat.

Paul Franze ist leidenschaftlicher Dirtbiker. Vor einem Jahr hat er sich sein Handgelenk gebrochen. Foto: MatejkaDie beiden Jungs sind begeistert. Mit offenen Mündern starren nicht nur sie – sondern auch die anderen Zuschauer – auf die waghalsigen Sprünge der jungen Profifahrer, die sie sonst nur aus Videos kennen. Am Hauptmarkt zeigen die Rider ihre besten Tricks – meistens Kombinationen einzelner Sprünge. Paul würde gerne einen „Backflip-Tailwip-to-Barspin“ sehen, auf deutsch: Der Fahrer macht einen Rückwärtssalto, dreht dabei das Rad um 360 Grad unter sich und währenddessen noch den Lenker um 360 Grad – und das auf etwa 13 Metern, die der Biker in der Luft verbringt. „Die Kunst ist, danach noch mit den Füßen auf den Pedalen zu landen, und natürlich auf dem Fahrrad in der Landezone“, erklärt Paul, dessen Lieblingssprünge der „No Foot Can Can“ oder der „Tuc Nohand“ sind – beide hat er selbst drauf! Beim Ersten streckt der Biker das Rad zur einen Seite und die Beine zur anderen; beim Zweiten klemmt man den Lenker zwischen Bauch und Oberschenkel und streckt die Arme in die Luft (sieht ein bisschen so aus wie die Deckszene im Film „Titanic“).

Daniel Engelhard fährt seit zehn Jahren Dirtbike. Der gelernte Schreiner baut sogar seine Rampen selbst. Foto: MatejkaAm Hauptmarkt treffen die Jungs auch auf Steffen Rebl, der als Streckenposten das ganze Wochenende im Einsatz ist. Nach 100 Dosen Red Bull würde er aus dem dritten Stock des Rathauses schon rausfahren, sagt der 14-Jährige leichtsinnig. Paul und Daniel bevorzugen dann schon eher den Dirt-District neben dem Rathaus. „Das ist unser Niveau!“
Welcher von den sechs Districts aber der Schwierigste ist, dazu wollen sich die beiden nicht äußern. Denn „der Schwierigkeitsgrad ist für jeden Fahrer unterschiedlich. Beim Red Bull District Ride müssen sie alles Mögliche zeigen. Auf Technik, Style und Tricks kommt es an“, sagt der 21-jährige Mechatronik-Student Paul. Aus erster Hand weiß er, dass sich sogar die Profis an manchen Stellen etwas schwer tun. Zum Beispiel sind teilweise die Absprünge zu hoch oder die Kurve zum Dirt-Hügel ist etwas zu eng. Da steigt das Adrenalin und der Nervenkitzel gleich noch eine Stufe höher! Aber genau das macht solche Extremsportarten aus.

„Daniel ist eher ein schöner Fahrer, macht Luftballett“, scherzt Paul. Doch Daniel entgegnet, dass ihm seine Gesundheit eben sehr wertvoll ist und er Sprünge nur macht, wenn er sich sicher ist, dass er sie schafft.
Paul dagegen schmeißt dann schon mal in letzter Sekunde das Rad weg, oder auch nicht: „Ich war bei einem einfachen Sprung total blockiert, bin gestürzt und habe mir das Handgelenk gebrochen.“ Nach einem Jahr darf der 21-Jährige aber jetzt wieder an seinen Tricks feilen – und gleich noch ein paar von den Profis abgucken.

STEFANIE GOEBEL

Alles Mögliche rund um den Red Bull District Ride findet ihr unter www.nn-online.de

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