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Lisa Eichhorn kegelt in der Jugendnationalmannschaft - "Knackpo garantiert"
Während andere krasse Sprünge mit dem BMX-Fahrrad hinlegen oder beim Streetsurfing auf Brettern Treppengeländer hinunterflitzen, nimmt Lisa Eichhorn (18) aus Fürth lieber eine pinkfarbige Kugel in die Hand und lässt sie eine lange Bahn entlang rollen, bis neun Holzkegel umfallen. Um dieses Ziel so oft wie möglich zu erreichen, trainiert sie mehrmals in der Woche. Und das lohnt sich: Inzwischen spielt sie in der Jugendnationalmannschaft.
Lisa steht auf Bahn eins. „Ihrer Bahn“ im Vereinsheim beim KC Weiherhof, auf der sie auch den Bahnrekord von 275 Holz hält. Das heißt, dass Lisa 50 Mal auf die Kegel gespielt hat und 275 dabei umgefallen sind. Noch keiner vor ihr hat das in der 38-jährigen Vereinsgeschichte erreicht.
Die Haare hat die 18-Jährige zu einem Zopf zusammengebunden, damit der Blick nach vorne frei ist. Konzentriert hebt Lisa die pinkfarbene, gut zweieinhalb Kilo schwere Kugel vor ihren Körper, um dann mit Schwung und drei großen Schritten bis zur Werflinie zu gelangen.
Ein leichter Aufschlag ist zu hören, als die Kugel auf der glänzenden Bahn aufsetzt. Die Kugel rollt. Und rollt und rollt. Und trifft schließlich auf neun Holzkegel, die alle umfallen, um kurze Zeit später wieder an weißen Schnüren aufgestellt zu werden. Ein kurzes Lächeln huscht über Lisas Lippen, doch schon hält sie wieder Ausschau nach ihrer Kugel, die mit rasantem Tempo über eine kleine Bahn an der Seite zurück gerollt kommt. Es geht weiter. Doch diesmal trifft sie „nur“ acht Kegel.
Die Kegelbahn ist Lisas „zweites Zuhause“, wie sie selbst sagt. „Ich bin damit aufgewachsen, weil alle in meiner Familie kegeln.“ Schon bei Lisas Geburt meinte der Opa: „Die hat Kegelbeine“, erzählt die 18-Jährige und schmunzelt.
Und tatsächlich entwickelte Lisa im Laufe ihrer Kindheit ein außergewöhnliches Talent für die Kugeln. Nach einem Sichtungslehrgang vor drei Jahren landete sie im Landeskader. Und seit Anfang dieses Jahres ist sie Stammspielerin im Nationalkader! Zudem spielt sie natürlich für ihren Verein, den KC Weiherhof. Fast jedes Wochenende stehen Turniere auf dem Programm. „Ich bin fast immer ausgebucht“, sagt Lisa, „aber ich liebe den Sport.“
Für den Erfolg muss sie fleißig trainieren und hält sich an die Vorgaben ihrer Trainer. Sie stellen Pläne auf und fordern Trainingsprotokolle. Morgen spielt Lisa mit ihrer Frauenmannschaft gegen Neuhaus und am Wochenende steht ein Lehrgang in Oberhaching an.
Was Lisa nun so erfolgreich macht? „Zum Kegeln braucht man eigentlich nix Besonderes“, meint die 18-Jährige bescheiden. Doch wenn man die anderen Kegler im Vereinsheim beobachtet und der Selbstversuch kläglich scheitert, muss es doch ein bisschen mehr sein. „Auf die Technik kommt es an“, meint Lisa dann. Und ein guter Gleichgewichtssinn kann auch nicht schaden.
Freunde finden Lisas Hobby manchmal „schon komisch“. Sie ziehen sie auch immer wieder damit auf, dass Kegeln kein richtiger Sport sei. Doch wenn Lisa mal ein paar Leute mit auf die Kegelbahn schleppt, würden die dann sehr schnell merken, dass man zum Kegeln sportlich sein muss. „Spätestens nach zwei Tagen, wenn sie über heftigen Muskelkater im Po klagen, sind sie überzeugt“, sagt Lisa und lacht.
SONJA FLEISCHMANN
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