|
Eine Nürnberger Studentin hat Demonstranten in New York nach ihrer Motivation gefragt
Occupy Wall Street („Besetzt die Wall Street“) kämpft seit Mitte September gegen die Macht der Banken und für mehr soziale Gerechtigkeit. Die Bewegung hat in New York ihren Ausgangspunkt genommen und sich rund um die Welt ausgebreitet. Unsere Mitarbeiterin Dilay Türk (21) macht gerade ein Auslandssemester in New York. Sie hat sich am Tag des zweimonatigen Geburtstags der Bewegung in den Zuccotti Park aufgemacht und mit Demonstranten gesprochen.
Als ich im Zuccotti Park ankomme, ist es schon dunkel. Vereinzelt stehen Gruppen von Leuten rum, ein stark frierender junger Mann sitzt auf einem Stein und raucht bibbernd eine Zigarette. Hinter ihm steht ein wütender Demonstrant mit Schild und schreit: „I’m still here! You see me? Still here!“, immer und immer wieder. Ich sehe mich etwas hilflos um. „Wo sind sie hin?“, frage ich zwei Polizisten, die am Rande des Parks an ihren Wagen gelehnt sind.“ Es ist vorbei.
„Schluss, aus! Sie sind weg“, wird mir entgegnet. Der selbstgefällige Unterton entgeht mir nicht, doch ich lasse mich nicht beirren und mache mich auf die Suche nach den Demonstranten. Vor zwei Monaten begann Occupy Wall Street hier, im Herzen des Finanzsektors New Yorks, der internationalen Hochburg der Finanzmärkte. Dann wurden die Demonstranten in einer Nacht-und-Nebel-Aktion vorletzten Dienstag auf brutale Weise rausgeschmissen.
Brutales Vorgehen der Polizei
Obwohl die Polizisten versuchten, die Kameras fernzuhalten, ist eindeutiges Bildmaterial entstanden. Die Polizisten setzten Pfefferspray ein und schlitzten Zelte auf. Die Aktion war nach Bürgermeister Bloomberg „nötig für die öffentliche Sicherheit und Gesundheit“.
Ein paar Blocks weiter treffe ich auf eine Menschenmenge – beim City Hall Park, gleich neben der Brooklyn Bridge, deren Überquerung das Ziel des zweimonatigen Geburtstags der Bewegung ist. Überall stehen Polizisten mit Helmen und Stöcken, einschüchternder geht’s nicht. Dann kommen sie. Es ist eine unglaubliche Anzahl an Leuten, die hier marschiert.
Das New York Police Department schätzte 32 500 Protestierende. Sie sind jung, sie sind alt, Punks und Hipsters, Arbeiter und Studenten, schwarz und weiß, Amerikaner und Hispanos. Und im Chor rufen sie: „We are the 99 Prozent.“
Überwältigend! So ein starker Zusammenhalt zwischen Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Sie halten Flaggen und Schilder hoch. „Tax the millionaires“ steht da in großen Lettern „end the fed“, „Screw you, Mr. CEO“ und mein Favorit: „One day the poor will have nothing left to eat but the rich.“ Sie haben alle die Nase voll: Studienanfänger verschulden sich schon zu Beginn ihres Lebens, um die hohen Studiengebühren zu bezahlen, und Arbeitende brauchen zwei oder mehr Jobs, um ihren Lebensunterhalt abdecken zu können. Väter verlieren ihre Jobs, Familien ihre Häuser, und nun das Volk seine Geduld.
Was ist hier los? Robert Divine (48, arbeitet für die Stadt) meint: „Es ist wichtig, dass die Leute endlich aufwachen und erkennen, in was für einer Gesellschaft wir leben. Nur eine winzige Schicht profitiert von der Arbeit aller. Obwohl wir hart arbeiten, können wir uns unsere Träume nicht erfüllen. Dieses System hält uns in Schulden. Wir können nicht raus.“
Es geht ums Geld
So viel Geld, wie die Staaten den Banken schulden, kann gar nicht erarbeitet werden. „Das ist das Hauptproblem unseres Systems.“ Dass sich daran etwas ändern muss, sagt auch Devin Ronaldson (28, jobbt in einem Lager). „Die Mächtigen wollen immer mehr. In den letzten acht Jahren von Bush haben sie sehr viel erreicht.“ Damit bezieht er sich auf die Steuersätze die unter Bush für die Superreichen um 37 Prozent gesunken sind.
Wie kann das sein? Malcolm Johnston (34, Sanitäter) hat seine Antwort gefunden: „Das größte Problem ist das Fehlen echter politischer Durchsetzungskraft. Probleme können nicht durch die Politik gelöst werden, denn sie ist von anderen Interessengruppen durchdrungen und wird von den wirklich Mächtigen beherrscht. Lobbyismus hat Ausmaße angenommen, die nicht mehr zulassen, dass die Politiker im Sinne des Volkes handeln.“
|
link:http://www.fussballtrikots2012....
link:http://www.fussballtrikots2012....
image:http://www.fussballschuh8.com/...
image:http://www.fussballschuh8.com/...
link:http://www.fussballschuh4.info/...