„O XXL-Weihnachtsbaum, o...“ PDF Drucken

Sarah vor einem riesigen Christbaum. Foto: privatSarah genießt ihren Aufenthalt in Texas, vermisst aber Nürnberger Bratwürste

Vier Monate sind vergangen, seitdem Sarah Bayer ihr Elternhaus verlassen hat und ihr Highschool-Jahr in Texas begann. Heute feiert Sarah ihren 16. Geburtstag bei ihrer Gastfamilie. Wie sie die Weihnachtszeit in den USA erlebt und was sie vermisst, verrät sie euch hier. Was Mama Gudrun fühlt, wenn ihre Tochter weit weg von Nürnberg 16 wird, lest ihr ganz unten!

Wie ist die Weihnachtszeit in den USA? Hunderte von Filmen beantworten diese Frage. Meine amerikanische Weihnacht hier in The Woodlands, Texas, ist wie aus einer von diesen US-Familienfilmen. Und doch ganz anders.
Weihnachtsvorbereitungen beginnen hier genauso wie in Deutschland: viel zu früh. Thanksgiving hat noch nicht mal angefangen und schon werben alle Geschäfte mit Geschenk-Aktionen, die Supermärkte fahren Winter-Süßigkeiten auf und in der Einkaufspassage steht ein überdimensionaler Weihnachtsbaum. Sogar eine Schlittschuhbahn wird hier aufgebaut, mitten im Stadtzentrum. Und das alles dann auch noch bei strahlendem Sonnenschein!

Aber auch wenn es tagsüber noch manchmal über 20 Grad hat, muss ich zugeben: Das alles versetzt mich schon in Weihnachtsstimmung. Und kurz nach den Thanksgiving-Ferien habe ich dann auch mit meiner Gastfamilie angefangen unsere drei Weihnachtsbäume aufzustellen und zu schmücken – alle drei übrigens aus Plastik!
Der wahnsinnige Dekorations-Hype, der in manchen Filmen gezeigt wird, hält sich hier allerdings in Grenzen. Bis auf ein, zwei Häuser, deren Garten Santa, seine Rentiere und ein Dutzend falsche Schneemänner schmücken, sehen die meisten Häuser ziemlich schlicht und hübsch aus.

Bis jetzt habe ich ohnehin jede Sekunde hier in den USA genossen. Aber Weihnachten ist und bleibt einfach die schönste Zeit des Jahres für mich, auch im wundervollen Texas.
Wenn ich etwas vermisse, dann ist es der Schnee! Den werde ich hier nicht zu Gesicht bekommen. Und der Duft von Nürnberger Bratwürsten und Glühwein wird auch nicht durch die Straßen wehen.

SARAH BAYER

Ihr wollt mehr Geschichten von Sarah? Dann schaut in ihren Blog "Sarahs Texas"

 

Prost, liebe Sarah!

Heute ist es so weit. Heute wird sie 16 Jahre alt. Und ist so weit weg, wenn sie feiert. Ganz schön Angst hatte ich vor diesem Tag – vor Sarahs 16. Geburtstag. Mutterkram, ich weiß. Aber 16, das klingt so viel erwachsener als 15. Das klingt so, als sei sie ab heute eine junge Frau, die ihr eigenes Ding macht, ohne weitere Elternbeteiligung in Zukunft.

Aber jetzt merke ich: Meine Gedanken haben dramatisiert. Alles ist gut heute. Ich freue mich, dass Sarah sicher eine Superklasse-Party haben wird bei ihrer Gastfamilie in Texas. Denn feiern können die US-Amerikaner, das haben uns die vergangenen vier Monate gezeigt: Homecoming, Halloween, Geburtstag der Gastmutter, Thanksgiving.. Und Weihnachten ist auch nicht mehr weit. Eigentlich arbeitet sich Sarah gerade von Fest zu Fest.

Aber ich muss fair bleiben: Dazwischen muss sie ganz schön hart für die Schule ackern. In den Kursen, die sie sich ausgesucht hat, wird viel verlangt. Und der lange Schultag vom frühen Morgen bis zum späten Nachmittag ist gewöhnungsbedürftig. Freizeit bleibt da wenig.
Also hat sie sich die Feste verdient – einschließlich ihrer Geburtstagsparty heute. Und ich gönne mir ein Glas Sekt auf ihr Wohl und tröste mich mit dem Gedanken, dass sie ihre Party in Nürnberg ganz sicher auch elternfrei gestalten würde.

SARAHS MUTTER GUDRUN

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