Beyoncé: Talking About an Evolution PDF Drucken

Eine musikalische Evolution hatte Beyoncé für ihre neue Scheibe Nach ihrer Pause kehrt die Sängerin mit neuer Platte "4" zurück

Die Evolutionen des Pops waren bisher Künstlern wie David Bowie vorenthalten. Doch auf Facebook kündigte Beyoncé eine solche für ihre Platte "4" an. Vergleiche mit Lady Gaga verbieten sich aber trotzdem, denn die Evolution ist bei Beyoncé eine eher innere Angelegenheit. Mehr Reife und so.

Dabei hatte die erste Auskopplung "Run The World (Girls)" eigentlich eine komplett andere Marschrichtung vorgegeben. Die beiden Produzenten Switch und Diplo hielten ein Sample von Major Lazer hin, um aus der Nummer einen Stampfer zu machen. Unter dem Rhythmus windet sich dieses Versatzstück wieder und wieder. Das ist gut, trifft aber bisher eher auf taube Ohren. Musik funktioniert momentan nicht losgelöst vom Künstler. Und da Beyoncé bisher auf Mode vom Metzger verzichtete, gibt es da nicht viel zu holen. Der Track mag dabei noch so viel besser sein als Gagas letzte Platte.

Ungewöhnlicheres wird "4" nicht mehr bringen. Die meiste Zeit herrscht die runtergefahrene Stimmung von Balladen. Selbst "Party" (feat. Andre3000 von OutKast) bietet nicht mehr als ein wenig Funk aus der Konserve. Dazu ein klackernder Drumcomputer, und fertig ist das Ding. Besonders spannend ist das nicht, hat aber trotzdem was.

Die eintönige Pumperei von "Love on top" und "Best thing I ever had" beleben hingegen nichts. Der Bombast steigert sich komplett ohne Spannungsbogen in die Sache rein. Die angekündigten verschiedenen Einflüsse sind selten herauszuhören. "1+1" hat klar zu Prince geschielt und packt auch ein nettes Gedächtnissolo aus. Stimmlich und musikalisch passt das zu Beyoncé.

Doch gleich einen Track später bleibt der Eindruck, dass die Dame schlichtweg unterfordert ist mit diesem traurigen Beat-Aufguss. Tracks wie "Start over" sind leider viel zu selten, die mit einer Melodie überzeugen, mit einer Idee.

Von den großen Momenten wie "Single ladies" und "Halo" ist auf "4" nicht viel geblieben. Die Platte ist so spannend wie eine Partie Scrabble. Die guten Tracks stechen klar aus dem Fluss des Albums raus, die ein wenig über die Granzen schauen. Der moderne R 'n' B, den Beyoncé selbst geprägt hat, könnte von ihr auch weiterentwickelt werden. Der Scrabble-Buchstabensack gab aber offenbar nur zwei "P" und ein "O" her.

Unsere Bewertung:

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BJÖRN BISCHOFF
 

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