Sebastian – Total (Because / Ed Banger) PDF Drucken

Das komplette Arsenal

Denkt man an das französische Hipster-Label Ed Banger, kommen einem sofort die typischen Elektro-Sounds der Marke Justice in den Sinn. Mit ihrem Hit „D.A.N.C.E“ platzierten die beiden Pariser die mittlerweile zur Marke gewordene Plattenfirma von Pedro „Busy P“ Winter Anno 2007 endgültig auf der Elektronik-Landkarte. Der Stil war frisch: eine Mischung aus Hip-Hop-Beats, Glamrock-Glitzer und verzerrtem Synthesizern.

 

 

Vier Jahre später ist die klassische Ed-Banger-Attitüde bereits leicht angestaubt, folgerichtig haben Justice angekündigt, ihren Sound für das nächste Album neu erfinden zu wollen. Wer allerdings auch 2011 nicht auf die Ed-Banger-Essenz verzichten kann, dem kann geholfen werden – mit Sebastians Debüt-LP „Total“.

Obwohl schon seit 2005 aktiv, trat der Serbo-Franzose bisher vor allem durch Remixe für illustre Künstler wie Daft Punk oder Kelis in Erscheinung. Seine EPs und Singles auf Ed Banger standen meist im Schatten prominenterer Label-Kollegen wie Uffie, Mr. Oizo oder eben Justice. Mit dem ebenfalls über Ed Banger erschienenen Soundtrack zum Vincent-Cassell-Drama „Notre Jour Viendra“ („Unser Tag wird kommen“) zeigte Sebastian Ende 2010, dass er es auch auf Albumlänge kann. Leider lief der zugehörige Film nie in deutschen (Heim-)Kinos.

Dieser Tage kommt Sebastian also nun mit seinem ersten „echten“ Album namens „Total“ um die Ecke. Der Titel ist wörtlich zu nehmen, denn Sebastian packt das komplette Arsenal zeitgenössischer Tanzmusik aus. „Total“ schüttet den Hörer zu mit cheesy 80er Keyboards, übersteuerten Rockriffs, Samples aus aller Herren Länder und einigen echten Hits wie der ersten Single „Embody“. Dazwischen streut Sebastian immer wieder Justice- und Daft-Punk-Zitate sowie kurze Interludes, die die Genre-Melange angenehm auflockern.

Dass sich das Ganze weniger nach Album im klassischen Sinne, sondern mehr nach Ed-Banger-Mix anhört, sollte in Zeiten von iTunes eigentlich kein schmerzender Kritikpunkt sein, trübt allerdings doch etwas den Gesamteindruck. Trotzdem: Freunde von neumodischem Elektro liegen mit Sebastians Debüt-LP goldrichtig.

Fazit: 51 Minuten Dauerfeuer aus Paris – Da dürfte kaum ein Stein auf dem anderen bleiben.

MARC BINDER

Unsere Bewertung:


 

 

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