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Nach sechs Jahren kommt die Erlösung
Heimlich, still und leise haben sie sich zurück gemeldet. Nein, Moment. So richtig passt das nun wirklich nicht zu „Limp Bizkit“. Offensiv, laut und unüberhörbar haben sie sich zurück gemeldet. Die Erfinder des Schokoladensternfisches im Wurstwasser liefern mit „Gold Cobra“ die Überraschung des laufenden Jahres.
Geschlagene sechs Jahre mussten die Fans auf eine neue Scheibe warten. Doch die lange Zeit des Ausharrens und die schier unmenschliche Geduld haben sich gelohnt. In Originalbesetzung stürmen die wohl erfolgreichsten Nu-Metaller, allen voran Schreihals Fred Durst, so gewaltig zurück in die Charts, dass es nur einen Platz für die weichen Kekse geben kann: den ersten. Doch kann das Album halten, was die Platzierung in der Rangliste verspricht?
Definitiv. Die Oldschool-Fans wird es freuen. Den rohen und für die Band ehr untypischen Sound des letzten Werks von 2005, „The Unquestionable Truth (Part 1)“, hat Limp Bizkit zum Glück wieder abgelegt. Stattdessen erwartet den Hörer eine gesunde Mischung. Einflüsse aus „Results May Vary“ von 2003 und dem wohl auf ewig unerreichten, genialen Wurf „Chocolate Starfish And The Hot Dog Flavored Water“ von 2000 sind nicht zu verleugnen.
Wenngleich der Start mit „Bring It Back“, „Gold Cobra“ und „Shark Attack“ eher groovig und smooth denn brachial und laut ist, drehen Limp Bizkit ab der ersten Sekunde an den richtigen Schrauben. Vertraute Klänge, kombiniert mit frischen Ideen und absurd witzigen Texten („Everybody jumps from the sound of the shotgun, in my neighborhood, everybody got one“) decken den Mittelteil zu einem schmackhaften Nu-Metal-Buffet, das von Ma(h)l zu Ma(h)l wuchtiger im Gehörgang rotiert. „Douche Bag“ ist genau der richtige Song fürs Auto, „Walking Away“ und „Loser“ beruhigen die Stimmung. Der altbekannte und lieb gewonnene Herzschmerz in Fred Dursts Stimme verwandelt die Stücke in wunderbare Schmachtfetzen, bevor es im Abgang mit einer guten Mixtur aus Hip-Hop und harten Riffs sowie entspannten Nummern („Killer In You“) aufs Ende zugeht.
Leider haben es zwei sehr aufregende Songs lediglich auf die - auch hierzulande erhältliche - „Deluxe Edition“ des Albums geschafft. Nur mit „Angels“ als letzten Track wirkt die Scheibe richtig rund und besonders „My Own Cobain“ ist ein Wolf im Schafspelz, der sein gesamtes, spritziges und heroisch brüllendes Potential erst zum Ende hin voll entfaltet.
Fazit: Limp Bizkit haben es geschafft. Ein vorbildliches Comeback nach Jahren der Streiterein und Fehden innerhalb der Band sowie der nicht enden wollenden Ankündigungen und Vertröstungen für die Fans. „Gold Cobra“ ist nicht perfekt, spiegelt aber den Spirit einer Generation wieder, die vor mittlerweile über 10 Jahren zu „My Generation“ heftig gebrüllt und zu „Boiler“ dicke Tränen geweint hat.
Unsere Bewertung:

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