| Viva Brother: Famous First Words |
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Sie mischen den tiefen Puls des Didgeridoos mit den aufstrebenden Höhen des Dudelsacks, sie sind ein Kraftwerk des Celtic-Rock. Für alle Leser, die bei dieser furchterregenden Ansammlung von Reizworten immer noch nicht ausgestiegen sind: Es geht um das australische Trio Brother, nicht um Viva Brother aus dem englischen Slough, deren Debüt-Album hier besprochen werden soll.
Die hießen bis zum Juni 2011 allerdings auch noch schlicht Brother und wurden erst kurz vor der Album-Veröffentlichung zur Namensänderung gezwungen – eben von diesem Dudelsack-Inferno von Down Under. Statt seinen bisherigen Namen komplett zu begraben, hat das britische Quartett ihm allerdings mit einem lauten „Viva“ neues Leben eingehaucht. Überhaupt: Leise Töne sind ihre Sache nicht. Großmäulig tauften Viva Brother ihr Debüt-Album „Famous First Words“ (Polydor/Universal). Darauf erlebt man die breitbeinige Wiedergeburt des Parka und John-Lennon-Sonnenbrillen tragenden 90er-Jahre-Lad-Rock mit dem aufgeblasenen Größenwahn von Oasis und den Melodien der frühen Blur. Eindrucksvoll gelingt dieses Konstrukt der selbsterklärten Retter des Rock'n'Roll besonders auf den Singles „Darling Buds Of May“ und „Still Here“, die die ganze Kraft des Britrock in die Gegenwart transportieren und vor lebensbejahender Euphorie nur so strotzen. Zu nostalgischen Anflügen reizen auch die Anleihen bei den morbiden Klängen von Mansun (für die jüngeren Leser: Das Album „Attack Of The Grey Lantern“ sollte in jedem Plattenschrank stehen) in „Time Machine“ und „False Alarm“. So viel hörbares Selbstvertrauen, so viel klassische Schlichtheit tut der oft arg affektiert-verklemmten Musik-Szene durchaus gut. Allerdings geht Viva Brother dann doch zu oft die Luft aus und der muskelstrotzende Lad kommt eher als vorwitziger Flegel daher, der auf dicke Hose macht. An Songs wie „High Street Low Lives“ oder „Otherside“ muss sich kein Mensch erinnern. Trotzdem sind Viva Brother mehr als nur ein müder Abklatsch glückseliger Britpop-Tage. Mögen sie noch lange eine so große Klappe haben, dass man nie den tiefen Puls des Didgeridoos hört. MARTIN MÜLLER Unsere Bewertung:
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Musik 

Großmäulige Wiedergeburt des britischen Lad-Rock
