Blink-182 – Neighborhoods PDF Drucken

Foto: PRBlink-182 sind älter geworden, bleiben sich im Gegensatz zu Green Day aber treu

Wenn eine Band jemals so zerstritten war, wie Blink-182, dann kann sie eigentlich nie mehr eine gute Platte aufnehmen. Oder etwa doch? Im Falle der ehemals beliebten Pop-Punker ist immerhin eine ordentliche Reunion-Scheibe herauskommen. Dabei ist „Neighborhoods“ zwar frei von jeglichen Überraschungen, im Gegensatz zu den Kollegen von Green Day bleibt sich das US-Trio aber immerhin treu.

Das sechste Werk der drei Herren aus Kalifornien klingt ein bisschen, als ob nie etwas passiert wäre, eben wie die logische Weiterentwicklung dreier älter werdender Skate-Punks. Dabei bekamen sich die beiden Sänger und besten Freunde Mark Hoppus (Bass) und Tom DeLonge (Gitarre) Anfang 2005 so sehr in die Haare, dass der Gitarrist seinen beiden Mitstreitern den Bandausstieg nicht einmal persönlich mitteilte, sondern seinen Manager per Telefon vorschickte. Danach wog der Streit vier Jahre hin und her, wobei die Fans aufgrund der widersprüchlichen Zitate aller Mitglieder nie genau wussten, gibt es Hoffnung oder bleibt Blink für immer begraben.

2009 ging es dann weiter, allerdings brauchten Barker und Co. stattliche zweieinhalb Jahre um ihr lange angekündigtes neues Werk unter die Leute zu bringen. Ganze acht Jahre nach ihrem letzten Studioalbum bietet „Neighborhoods“ musikalisch größtenteils das, was der treue Blink-Fan begehrt, allerdings abzüglich früherer Albernheiten: Nette Pop-Punk-Hooks, die präzisen Drums von Travis Barker und der unverkennbare Doppelgesang der Frontmänner. Erwachsener und ernster sind dabei vor allem die Texte geworden und auch die Einflüssen der beiden Interims-Bands Angels & Airwaves und +44 sind hörbar. Insgesamt ist der Sound atmosphärischer und dunkler. Zwar fallen  „Heart's All Gone“, „Kaleidoscope“ und „Ghost On The Dance Floor“ positiv auf, wirkliche Highlights hat das Album jedoch nicht zu bieten.

Fazit: Dem soliden Comeback fehlen die großen Hits wie es „Dumpweed“, „The Rock Show“ oder „Feeling This“ zweifelsohne waren. Vielleicht liegt es ja daran, dass die drei Musiker ihre Parts  alleine in unterschiedlichen Studios eingespielt haben.

Unsere Bewertung:

 

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MARKUS W. ERLWEIN

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