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Die Nürnberger Punch & Nerves bringen mit „In Vivid Colours“ ihr erstes Album raus
2009 gewannen sie furios die NN-Rockbühne. Mit gebührendem Abstand haben die Nürnberger Akustik-Rocker Punch & Nerves nun ihre erste CD vorgelegt. Doch das Warten hat sich gelohnt.
Manche Dinge brauchen ihre Zeit. Statt Hals über Kopf loszuhudeln, haben Punch & Nerves das einzig Richtige gemacht: Das Trio hat sich nicht hetzen lassen, hat viel live gespielt und in Ruhe sein Debütalbum vorbereitet. Die Scheibe entstand im Knoblauchsland: in einem schicken Proberaum plus Heimstudio, den sich die Band in einer ehemaligen Schreinerwerkstatt in Neunhof eingerichtet hat.
Zwischenrein winkten mehrere kleine Plattenfirmen mit Angeboten, doch die Band wählte auch hier mit Bedacht. Den Zuschlag hat am Ende das Langenzenner Label „Beste! Unterhaltung“ bekommen. Womit Punch & Nerves nun unter anderem Kollegen von heimischen Hoffnungen wie Sutcliffe, The Grand Paradiso, interference.here.de und den großartigen Buddy & The Huddle sind und sich damit in bester Gesellschaft wiederfinden.
„In Vivid Colours“ vereint die von zahlreichen Auftritten bekannten Stärken der Gruppe. Tatsächlich ist dem Trio das kleine Kunststück gelungen, im Studio die Kraft und die Dynamik seiner Live-Shows (Klüpfel Open Air, Fürth Festival, Weinturm Open Air, Brückenfestival, Rock im Park) auf Tonträger zu bannen. Mit kraftvoller Stimme und energischer Holzgitarre steht Linda Rum im Mittelpunkt, ist Aushängeschild der Band, ohne ihre Mitstreiter zu Nebenfiguren zu reduzieren. Schlagzeuger Matthias Böhm trommelt kraftvoll und kernig, doch nie zu dominant. Das ist vielleicht das größte Kunststück auf „In Vivid Colours“: Dass das Schlagzeug selbstbewusst und energisch klingt, ohne alles um sich herum plattzumachen (Produktion: Markus Kühn, Tinitus-Studio Nürnberg). Der prägnante, kreativ pumpende Bass von Roman Amelin ist das fehlende Puzzlestückchen im stimmigen Gesamtsound.
Eine Gast-Violine setzt auf dem Lied „In This World We’re Lost“ Farbtupfer, das war es dann aber auch schon groß an Gimmicks und Zutaten. Mehr braucht es aber auch gar nicht, damit die acht Nummern plus Intro ihre Wirkung entfalten – weil’s zu dritt bekanntlich am Schönsten ist (zumindest im Rock’n’Roll). Auch auf „In Vivid Colours“ beweisen Punch & Nerves ein Händchen für Lieder und Arrangements, wie den das Album eröffnenden Signiture-Song „I'm Staying Here“ klarmacht: Das ist schön melancholischer, nie zu trauriger Akustik-Pop, mit dem die junge Truppe einen gelungenen Einstand im Plattenregal feiert.
Eine CD-Relase-Party wird es nicht geben. „Wir spielen eh schon viel zu oft hier in der Gegend“, nicken die drei Musiker unisono. Deshalb lautet der Vorsatz der Band: Raus aus der Region, viel spielen und fleißig neue Lieder für die zweite Platte schreiben, die 2012 kommen soll.
STEFAN GNAD
Am 22. Oktober spielen Punch & Nerves in der Klara-Kirche in Nürnberg, am 17. Dezember im con-action in Fürth.
www.punchandnerves.com
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