„Ich denke nur ans Kochen“ PDF Drucken

„Variationen von heimischen Süßwasserfischen“ hieß die Aufgabe, die Gina (25) mit Bravour gemeistert hat: Ihre Schauplatte gewann den zweiten Platz. Foto: privatGina und Max schwingen mit Leidenschaft den Kochlöffel

Vielen Jugendlichen macht essen Spaß. Aber kochen? Fisch filetieren, Saucen abschmecken und Gemüse dünsten — das gehört zum Job von Gina Geigenmüller (25) aus Nürnberg und Maximilian Kocher (21) aus Spalt. Sie machen eine Koch-Ausbildung. Bei einem bundesweiten Kochwettbewerb gewannen sie den 2. und 3. Platz. Ihr Preis: Eine Reise nach Boston in den USA. Wir sprachen mit den beiden über ihre Leidenschaft. 

Herzlichen Glückwunsch zu eurem Platz auf dem Siegertreppchen. War’s harte Arbeit?
Gina: Das Training für die Wettbewerbe ist natürlich Arbeit. Aber mir gefällt Kochen unglaublich gut. Ich lebe dafür und denke fast den ganzen Tag an nichts anderes. Für mich ist Kochen einfach das größte Glück.
Max: Ich musste mein Privatleben dafür schon hinten anstellen. Aber ich komme aus einer Gastronomenfamilie und bin mit Kochen groß geworden. Für mich ist es jeden Tag eine Herausforderung, den Geschmack von jedem einzelnen Gast zu treffen und die Menschen mit meinem Essen zu begeistern. 

Wie habt ihr euch auf den Wettbewerb vorbereitet?
Gina: Ich mache meine Ausbildung in der Küche des St.-Theresien-Krankenhauses in Nürnberg und fange um kurz vor sechs an. Da habe ich das Glück, dass ich immer schon um halb drei Feierabend habe. Für den Wettbewerb habe ich ab Juli geübt: Nach der Arbeit war ich zweimal in der Woche in der Schulküche und habe dort mit meinem Lehrer trainiert. Erst standen vier Stunden Kochen auf dem Programm, danach kam dann noch das Aufräumen und Putzen. Vor dem Wettbewerb stand ich täglich in der Übungsküche.
Max: Bei mir war das ein wenig schwieriger. Ich arbeite im Restaurant „Grüner Baum“ in Engelthal, da komme ich nicht schon am Nachmittag nach Hause. Deshalb wurde ich vor dem Wettbewerb für den einen Unterrichtstag pro Woche freigestellt und konnte in dieser Zeit für mehrere Stunden proben. Nebenher treibe ich viel Sport und unterhalte eine eigene Fischzucht — das musste vor dem Wettbewerb zeitlich zurückstecken.

Was musstet ihr denn bei dem Wettbewerb machen?
Max: Die Aufgabe hieß „Variationen von heimischen Süßwasserfischen“. Wir haben kalte Platten mit verschiedenen Fischen für vier Personen zubereitet. Dafür hatten wir vier Stunden Zeit. Die Jury bewertete nicht nur den Geschmack, sondern auch Präsentation und Aussehen.

Vorsicht, ungenießbar! Die „Leckerbissen“ auf Max’ Schauplatte sind mit Aspik – einer Art Gelee – überzogen, damit sie auch nach Stunden noch appetitlich aussehen. Foto: privatEure Mühe hat sich ausgezahlt: Ihr habt eine Reise nach Boston gewonnen.
Gina: Und ich freue mich schon total darauf! Zusammen mit dem Erstplatzierten sind wir an der Johnson & Wales Universität, einer berühmten Kochhochschule in Amerika. Wir lernen, wie man Eisskulpturen schnitzt oder Schokoladenfiguren fertigt. Außerdem machen wir einen Ausflug nach New York und fahren Wasserski. Das wird super!
Max: Die Universität gilt als das Mekka der Kochwelt. Ich bin gespannt, was wir in der Woche alles lernen werden.

Gina, du hast schon Preise in Stuttgart, Erfurt, Krakau und natürlich Nürnberg gewonnen. Wo soll’s bei dir in Zukunft hingehen?
Gina: Ich will auf alle Fälle in die Sternegastronomie. Im Juli bin ich mit meiner Ausbildung fertig und schreibe schon fleißig Bewerbungen. Ich hoffe, dass mir meine vielen Auszeichnungen bei der Jobsuche helfen.

Max, du bist bayerischer Meister. Was willst du nach deiner Ausbildung ab Juli machen?
Max: Im Herbst bin ich bei der deutschen Meisterschaft. Danach kann ich mir vorstellen, auch im Ausland zu arbeiten.

Interview: KAI KAPPES
 

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