| Tausche Schule gegen Werkstatt |
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Das Schulende naht und ihr müsstet euch langsam überlegen, was ihr werden wollt? Verschiedene Einrichtungen, etwa die Handwerkskammer Mittelfranken, bieten seit diesem Schuljahr spezielle Berufsorientierungsmaßnahmen für Achtklässler an. Das Ziel: in Berufe hineinschnuppern, die einem nicht spontan in den Sinn kommen – aber eine realistische Chance auf einen Ausbildungsplatz bieten. Wo sonst Lehrlinge feilen, schrauben oder sägen, werkeln an diesem Vormittag 34 Mädchen und Jungen aus der Mittelschule Veitsbronn. Ihre Schule ist eine von 20, mit denen die Handwerkskammer in ihren Bildungszentren in Ansbach und Nürnberg Berufsorientierungskurse durchführt. Zwei Wochen lang lernen Leonie, Sina, Lukas, Alexander und ihre Klassenkameraden Berufe aus den Bereichen Holz, Metall, Sanitär und kaufmännische Ausbildung kennen. Nicht theoretisch und trocken wie bei einem Besuch im Berufsinformationszentrum – sondern ganz praktisch, am Schraubstock und vor dem PC in den Werkstätten und Schulungsräumen im Berufsbildungszentrum. Das Berufsorientierungsprogramm für Haupt- und Mittelschüler ist Teil der Bildungsketteninitiative des Bildungsministeriums, in die bis 2014 insgesamt 362 Millionen Euro fließen. „Ins Büro, die Arztpraxis oder die Apotheke kommen die wenigsten Hauptschüler“, weiß Rudolf Jung, der bei der Handwerkskammer für das Bildungszentrum im Nürnberger Norden zuständig ist.
In der Metallwerkstatt lernen Cindy, Sabrina, Alexander und Patrick gerade von Feinwerkmechanikermeisterin Anja Krehn, wie sie in eine Alu-Platte Löcher bohren. „Bohrt nicht zu tief, Alu ist schnell durch“, warnt Krehn ihre Schützlinge, „und guckt immer hin was ihr macht!“ Jeder Schüler soll am Ende der beiden Praktikumswochen eigene Werkstücke mitnehmen können, zum Beispiel eine Uhr mit buntem Ziffernblatt aus Alu, einen Holzbilderrahmen oder eine Schreibtischablage aus Metallblechen und Sanitärrohren. Alexander ist von dem Schnupperkurs begeistert: „Etwas aus Material selbst herstellen ist echt toll“, sagt der 15-Jährige. Er würde später gerne als Fahrradmechaniker arbeiten. Patrick (16) tut sich mit dem Messen und Feilen schwer: „Ich bin besser auf dem Bau aufgehoben“, weiß er seit einem Praktikum als Maurer, „ich bin nicht so der Geduldsmensch und das hier ist alles so kleinteilig.“ Sabrina (15) dachte bislang, sie würde später mal in einem Bürojob landen. „Aber das ist langweilig. Und für eine Arbeit, bei der man viel mit Menschen zu tun hat, bin ich wohl zu schüchtern. Ich könnte mir schon einen Handwerksberuf vorstellen, Anlagenmechanikerin zum Beispiel.“ Nicht alle Schüler kann der Schnupperkurs vom Handwerk überzeugen. „Ich fand dieses Praktikum anfangs scheiße“, sagt Jenni (13). „Jetzt war’s ganz interessant alles mal anzugucken. Ich möchte trotzdem medizinische Fachangestellte werden. Dazu brauche ich einen guten Quali.“ KRISTINA BANASCH
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