| Im Traum habe ich eine Lehrstelle |
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Sich mit 14 Jahren schon mit Praktika und Bewerbungsgespräche rumschlagen zu müssen, kann echt hart sein. Damit der Einstieg ins Berufsleben einfacher fällt, wird das Thema auch im Unterricht behandelt. Spannender ist es im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen: An einem Projekttag können 20 Jugendliche in der Zukunftswerkstatt ganz ungezwungen über ihre Ängste und Wünsche in Sachen Schule und Ausbildung reden. Im ersten Moment sehen die 20 Schüler aus dem Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen aus wie ein Knäuel. Bei dem Spiel „Der gordische Knoten“ sind sie fast ein wenig zu weit gegangen – vor lauter Lachen können sich die ineinander verhedderten Mädchen und Jungen gar nicht mehr trennen. Und das, obwohl sich die Teilnehmer der Zukunftswerkstatt erst beim Projekt kennengelernt haben. Doch alle verbindet ein Ziel: nach der Schule einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Dabei hilft ihnen die Mittelschulen-Arbeitswelt-Partnerschaft (MAP). Zusammen mit der Hermann-Gutmann-Stiftung hat MAP verschiedene lokale Projekte ins Leben gerufen, von denen die Mittelschulen profitieren sollen. Kooperieren sonst normalerweise Lehrer und Unternehmen, geht es bei der Zukunftswerkstatt um den direkten Kontakt mit den Jugendlichen, berichtet Katharina Dreuw, die – wenn sie nicht gerade mit einer Handvoll Jugendlicher einen gordischen Knoten bildet – die Projekttage plant. Dann kommt der schönste Teil des Tages, die Fantasiephase. „Dabei können die Jugendlichen richtig rumspinnen“, sagt Dreuw. Jeder darf alles machen, sich alles wünschen und Träume laut aussprechen. Am Ende präsentiert jede Gruppe ihre Ergebnisse ihrer Fantasiephase mit einem Vortrag oder Rollenspiel. Sascha (14) wurde von seiner Klasse an der Volksschule Hahnenkamm extra gewählt, um am Projekttag mitzumachen. Seine Gruppe hat sich in der Fantasiephase auch an die eigene Nase gefasst. „Manchmal sind wir Schüler einfach zu faul“, sagt er. Deshalb müsse es Roboter geben, die ungeliebte Arbeiten erledigen können. Spinnerei oder machbar? Natürlich bleiben viele Ideen Wünsche, die in der Realität nur schwer umsetzbar sind. Trotzdem fallen die Probleme auf, mit denen sich die Jugendlichen beschäftigen: Diskriminierung von Andersfarbigen oder -gläubigen zählt genauso dazu wie die schwierige Suche nach einem Praktikumsplatz. Oft nehmen Betriebe erst Schüler ab 16 Jahren – die meisten Achtklässler sind jünger. Im Rollenspiel stellen die Jugendlichen genau dieses Thema dar: Eine zwölfjährige Schülerin muss sich mit mehreren Chefs auseinandersetzen. Der eine hält sie für zu jung, der andere schiebt rechtliche Gründe vor, der dritte will sie nicht bezahlen. Wie soll man so den Einstieg schaffen? Immer mehr Betriebe fordern schließlich schon vor Ausbildungsbeginn Praxiserfahrung ... Achtklässlerin Sarah von der Senefelder-Schule in Treuchtlingen sieht das Rollenspiel kritisch: „Mit zwölf sollte man noch nicht ans Arbeiten denken müssen.“ Doch auch die 14-Jährige hat bereits ein Praktikum absolviert, in einer Arztpraxis. Die meisten größeren Unternehmen würden aber keine Mittelschüler als Praktikanten einstellen – darin sind sich die Jugendlichen einig. „Die Gesellschaft hat viele Vorurteile gegenüber Hauptschülern“, bestätig Projektleiterin Dreuw. Da spiele es keine Rolle, dass die Schulart einen neuen Namen bekommen hat. Die Schüler selbst müssten einen besseren Status bekommen. Um machbare Veränderungen geht es schließlich auch im dritten Teil, der Umsetzungsphase. „Wir versuchen die Vorstellungen und Ideen der Jungendlichen auf die Realität herunterzubrechen, sagt Deuw, „aber ohne Unterstützung der lokalen Unternehmen bringt das alles nichts.“ KATHARINA TONTSCH
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