| Der Handy-Experte, der kein Handy hat |
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"Ich besitze kein Handy, ich möchte nicht ständig erreichbar sein“, sagt Robert Schober. Von einem 40-Jährigen mag diese Ansage etwas überraschend klingen. Vom Hocker reißt sie einen jedoch, wenn man weiß, was Robert Schober beruflich macht: Er ist ein weltweit renommierter Experte für Mobilkommunikation, der eine mit 3,5 Millionen Euro dotierte Humboldt-Professur an der Uni Erlangen-Nürnberg übernommen hat.
Diese Professur wird von der Alexander-von-Humboldt-Stiftung und vom Bundesforschungsministerium finanziert. Sie gilt als große Auszeichnung für die betreffende Universität. Schließlich gelingt es ihr damit, einen ausländischen Spitzenforscher nach Deutschland zu holen. Oder, wie im Fall Schober, einen exzellenten deutschen Forscher aus dem Ausland zurückzuholen.
Denn seit dem Jahr 2002 war Schober an der University of British Columbia in Vancouver/Kanada tätig. Zunächst als „Assistant Professor“, später als Inhaber eines forschungsorientierten Lehrstuhls (Canada Research Chair) für „Wireless Communications“ und seit 2008 als „Full Professor“ und stellvertretender Leiter des „Department of Electrical and Computer Engineering“. „Jetzt oder nie mehr“ wollte er zurück nach Deutschland. Und als die Anfrage aus Erlangen kam, griff er zu. „Woanders wäre ich nicht hingegangen“, meint Schober, „wenn, dann nur nach Hause, nach Franken.“ Nach Realschule und FOS studierte er zunächst Nachrichtentechnik an der Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg. Als er das Vordiplom in der Tasche hatte, fing er in Erlangen noch einmal ganz von vorne an, Elektrotechnik zu studieren. Im Jahr 2000 schloss er seine Doktorarbeit bei Prof. Johannes Huber am Lehrstuhl für Informationsübertragung ab. Danach war für Schober klar: Eine Uni-Karriere sollte es werden. In die Industrie zu gehen, kam für ihn nicht in Frage. „Ich habe als Doktorand selbst bei Drittmittel-Projekten mitgearbeitet. Die waren fast fertig, als die betreffende Firma die Arbeiten gestoppt hat und alles, was wir gemacht hatten, ist in einer Schublade gelandet“, erinnert er sich. „Das wollte ich nie mehr erleben. Da hat man an der Uni doch weitaus mehr Freiheiten, selbst zu bestimmen, woran man arbeitet und woran nicht“. Also ging er zunächst als Postdoc an die University of Toronto/Kanada und anschließend nach Vancouver — wo er sich zu einem der weltweit prominentesten Vertreter der elektrischen Nachrichtentechnik und der drahtlosen Kommunikation entwickelte. Zudem wurde er Herausgeber der „IEEE Transactions on Communications“, einer der international wichtigsten wissenschaftlichen Zeitschriften auf diesem Gebiet. Im Laufe des Jahres, wenn der derzeitige Amtsinhaber Prof. Wolfgang Koch in den Vorruhestand geht, wird Schober den Lehrstuhl für Mobilkommunikation übernehmen. Dessen Name wird dann auch in Lehrstuhl für digitale Übertragung geändert. Vom Studienanfänger zum Lehrstuhlinhaber an ein und derselben Uni — was hat man da für ein Gefühl? „Man betritt eine völlig neue Welt, von der man zuvor keine Ahnung hatte“, sagt Schober. LOTHAR HOJA
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