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Humor und Hochschule united
Am Faschingsdienstag wird manches nicht ganz so ernst gemeint beziehungsweise genommen wie sonst. Aus diesem Anlass haben eine Reihe von Meldungen und Artikeln zusammengefasst, die das Studenten- und Wissenschaftsleben von der lustigen Seite aus betrachten. Denn normalerweise liegen Hochschule und Humor so weit auseinander wie die Füße eines Tanzmariechens beim Spagat. Und genau den versuchen wir heute: mit einer Mischung von Themen, bei denen Kommilitonen und etwas skurril anmutende Forschungsprojekte auf die Schippe genommen werden.
An der Hochschule Coburg hat eine studentische Projektgruppe einen interaktiven Snowboardhelm entwickelt. Beteiligt waren Studierende aus den Bereichen Produktdesign und Informatik. Bei dem neuartigen Helm werden in das Visier Informationen speziell für Snowboarder eingeblendet, zum Beispiel Pisteninfos, Unwetterwarnungen und Sonderangebote aus der Skihütte. Der Snowboarder kann sich auch bei der Verbesserung seiner Technik unterstützen lassen oder mit seinen Freunden in Wettbewerb treten. Die eingeblendeten Infos lassen sich dabei individuell für den jeweiligen Nutzer konfigurieren.
Aus Scheiße Gold machen – das wird ewig ein Traum bleiben. Aber Biokohle, das geht. Das machen nämlich Studierende der Technischen Uni Berlin. Hierzu wird unser braunes Gold in eigens konstruierten Biogasanlagen erst verkokelt und anschließend auf den Feldern verteilt. Wegen ihrer Struktur speichern die entstehenden Briketts besonders gut Wasser und schützen die Erde vor Erosion. Von Juli bis September wird das neue Verfahren in einem Berliner Gewächshaus erprobt. Gelingt das Projekt, kommt die Fäkalien-Kohle schon bald in Tansania auf die Äcker. Das ist doppelt gut, denn bislang gelangen dort die Exkremente oft ungereinigt in die Umwelt. Nach dem Verkohlen der Fäkalien in den Biogasanlagen, können sie ganz hygienisch abgebaut werden. Verantwortlich für den Mist sind die Berliner „Ingenieure ohne Grenzen“, die sich seit 2006 gemeinsam mit der Organisation „Mavuno Project“ in Tansania auf die Wasser- und Energieversorgung konzentrieren.
Man mag es ja kaum glauben. Aber es gibt tatsächlich einen Zusammenhang zwischen Migräne-Anfällen und dem Wetter. Zu diesem – doch recht überraschenden – Ergebnis ist MiRa gekommen.
Hinter dem Kürzel verbirgt sich das Migräne-Radar, ein Projekt an der Hochschule Hof, das vom Bundeswissenschaftsministerium gefördert wird. Bei der Studie unter der Leitung von Prof. Jörg Scheidt wird der Zusammenhang zwischen Wetteränderungen und der Häufigkeit von Migräne-Anfällen untersucht.
Angelaufen ist die Studie im vergangenen Juli. Inzwischen liegen erste Ergebnisse vor. Demnach treten etwa ein Drittel mehr Migräne-Anfälle auf, wenn sich in den drei Tagen zuvor die Temperatur um 6 Grad Celsius oder mehr verändert hat. Auch drastische Änderungen der Luftfeuchtigkeit führen zu einer erhöhten Anzahl von Migräne-Anfällen.
Von Migräne betroffen sind etwa zehn Prozent aller Menschen weltweit. Bei dem Hofer Projekt wurden bislang mehr als 5000 Leute in Deutschland registriert. Jetzt soll die Studie erweitert werden. So wollen die Hofer Forscher die Zusammenhänge zwischen Migräne-Anfällen und speziellen Wetterphänomenen wie Föhn unter die Lupe nehmen. Zudem sollen die Ergebnisse nach Merkmalen wie Alter und Geschlecht differenziert werden. Darüber hinaus strebt das MiRa-Team an, individuelle Vorhersagen einer erhöhten Anfallwahrscheinlichkeit zu ermöglichen.
www.migraene-radar.de
Der Management-Studiengang der University of Iowa in den USA vergibt ein Stipendium an denjenigen unter den Bewerbern, der am besten twittern kann. Mit 140 Zeichen sollen die Kandidaten erklären, warum gerade sie für diesen Studiengang ganz besonders gut geeignet sind. Der Gewinner bekommt das Stipendium im Wert von 37240 Dollar (26170 Euro). „Soziale Medien sind ein mächtiges Werkzeug für die Business-Kommunikation und treiben den Wandel der heutigen Geschäftswelt voran“ – so begründet die Uni diesen Wettbewerb.
Lerntypen erkennt man an ihren Federmäppchen
Mindestens genauso interessant wie das Studieren an sich ist die Charakterstudie, die man dabei ganz nebenher durchführen kann. Man lernt die verschiedensten Leute kennen, die sich oft unglaublich gut in Schubladen stecken lassen. Manchmal ist es auch sehr einfach, vom Auftreten und Verhalten der Einzelnen Rückschlüsse auf ihr Lernverhalten zu ziehen. Hier ein paar Beispiele aus meinen Seminaren:
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1. Die alternative Biobaumwollshirtträgerin, die ganzjährig mit einem Vogelnest auf dem Kopf herumläuft, gehört zur Kategorie der Chaos-Lerner. Sie hat nie ein ganzes Federmäppchen bei sich, sondern immer nur eine wahllose Ansammlung von mehr oder weniger funktionstüchtigen Stiften, die sie erst aus den Untiefen ihrer Tasche herausfischen muss.
Sie besitzt schon Wochen vor der Klausur gutes Detailwissen, hat jedoch nie den Überblick über das Ganze. Notizen macht sie sich selbstverständlich auf Recycling-Papier, und auch da nur wild durcheinander. Sie verziert gerne sämtliche Mitschriften mit schnörkeligen Mustern, weil sie dabei besser nachdenken kann. Und sie erzielt üblicherweise nur ein durchschnittliches Klausur-Ergebnis, da ihr ja der Überblick über das große Ganze fehlt.
2. Die von Kopf bis Fuß durchgestylte Diva zählt eher zu den Last-Minute-Lernern. Sie hat sich das Federmäppchen farblich passend zum Handtäschchen gekauft und bewahrt darin auch Nagelschere, Handcreme und Lippenstift auf. Sie glaubt, dass sie bisher immer alles bekommen hat, was sie wollte, und dass Lernen zu viel Zeit beansprucht, die für Schönheitspflege verwendet werden kann.
Sie macht prinzipiell keine Mitschriften, da sie erst ihre Termine auf ihrem Blackberry koordinieren muss. Sie weiß zwei Tage vor der Klausur noch nicht, wo und wann genau diese stattfindet und was man alles können müsste. Sie besitzt maximal löchriges Halbwissen und besteht die Klausur in seltenen Fällen mit 4,0.
3. Die top organisierte Blusenträgerin ist das genaue Gegenteil der Diva. Sie kennt schon Wochen vor der Klausur sämtliche Biografien aller im Seminar erwähnten Persönlichkeiten und besticht durch umfassendes Wissen, mit dem sie ganze Lexika füllen könnte. Sie hat ihre Stifte im Mäppchen farblich sortiert und immer Textmarker dabei, mit denen sie Wichtiges anstreichen kann. Ihre Unterlagen sind in chronologischer Reihenfolge abgeheftet und mit durchnummerierten Mitschriften ergänzt.
Sie fertigt sich optimale Zusammenfassungen an und stellt dann schon Fragen zu Sekundär- und Tertiärliteratur, wenn die anderen Kommilitonen noch nicht einmal die Primärliteratur gelesen haben. Selbstverständlich besteht sie die Klausur immer mit einer Eins vor dem Komma, alles andere wäre eine Schande.
4. Die lässige Kapuzenpulloverträgerin kommt meist harmlos und unscheinbar daher, erweist sich aber oft als ernstzunehmende Konkurrentin für die Blusenträgerin. Sie hat meistens gar keine Stifte und schon gar kein Papier dabei und leiht sich Schreibutensilien von ihren Sitznachbarn aus.
Sie ist auch dann noch völlig entspannt, wenn alle um sie herum in Panik verfallen und wundert sich, warum sämtliche Freunde ihre Einladung zum Kaffeetrinken klausur-bedingt absagen. Sie besitzt eine Woche vor der Klausur noch keinen Überblick über die Thematik und beginnt üblicherweise drei Tage vorher mit dem Power-Lernen. Sie hat in der Klausur oft originelle Einfälle oder außergewöhnliche Assoziationen und besteht die Prüfung mit überraschend gutem bis sehr gutem Ergebnis.
Fazit: Am besten für das Bestehen einer Klausur wäre eine Mischung aus dem Organisationstalent der Blusenträgerin und der Lässigkeit der Kapuzenpulloverträgerin. Aber wer denkt schon in Schubladen?!
RAMONA SCHMIDT
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