Krönender Abschluss für harte Arbeit PDF Drucken

altDas Projekt „crossover@school“ gipfelt in einer tollen Show im Löwensaal

Drei Tage lang haben die Schüler von fünf Nürnberger Schulen beim Projekt „crossover@school“ (wir berichteten mehrmals) gefilmt, gesungen, gerappt, gescracht, getanzt und organisiert. Dann kam die große Abschluss-Show im Löwensaal: Vor Eltern, Lehrern und Mitschülern zeigten die Jugendlichen, was sie gelernt und wofür sie bis zuletzt geübt haben.

Am dritten und letzten Tag können sich die Schüler gar nicht vorstellen, dass das Projekt bald vorbei ist. „Ich will, dass es weitergeht“, sagt Natalie. Sie hat für das Video-Team Lehrer, Schüler und Coaches mitinterviewt und die Workshops gefilmt. „Wir haben viel Spaß und verstehen uns super“, meint die Neuntklässlerin aus der Bismarckschule, die während des Projekts neue Freunde gefunden hat.

Zwei Tage vorher noch haben sich die Schüler, die aus der Paul-Moor-, der Konrad-Groß-, der Bismarck-, der Thusnelda- und der Buchenbühler Schule kommen, nicht gekannt, nicht füreinander interessiert. Das sollte „crossover@school“ ändern, und das hat es – dank des Engagements der PwC-Stiftung Jugend, Kultur und Bildung, die das Projekt von Samy Deluxe und Julia Dohnanyi nicht nur nach Nürnberg gebracht hat, sondern dafür auch viel Geld in die Hände genommen hat.

Gänsehautgefühl bei Probe

Am Vormittag des Abschlusstages fanden in den Schulen die letzten Proben statt. Das Rapteam um Coach Ali hat sich zum DJ-Workshop gesellt und dort mit Musik und Mikrofon gerappt. Ali ist begeistert von seiner Truppe und zeigt auf seinen Arm: „Ich habe richtig Gänsehaut und fühle die Leidenschaft der Jugendlichen!“ Zudem sagt er etwas, das er bisher noch bei keinem Workshop gesagt hat – und Nürnberg ist die sechste Stadt, in der das Projekt stattfindet: „Manche Schüler haben so viel Talent, dass ich mir wünsche, dass sie in die Richtung weitermachen.“ Wow! Auch Coach Motrip, der den zweiten Rap-Kurs leitet, kann nur staunen, wenn die Jungs und Mädels solo oder in der Gruppe rappen.

alt„Schaut uns an, wir sind die Jugend von heute, viele von uns haben keine Ziele und Träume, virtuelle Welt hier, wir googeln uns Freunde...“ – Die Rapper um Ali sind der dritte Showact im Löwensaal. Die Nerven der Jugendlichen flattern, vor Aufregungen hängen ein paar Textstellen – kein Problem! Das Publikum ist begeistert und feuert die jungen Leute an.
Das Schöne an der Show ist, dass fast jeder Teilnehmer einmal im Mittelpunkt steht. Die DJs wechseln sich an den Plattentellern ab und halten lässig die Kopfhörer ans Ohr, Scratchen, Takt zählen, Übergänge einleiten – die Jungs zeigen stolz, was sie von ihrem Coach gelernt haben.

Auch die HipHopper liefern eine tolle Performance. Mal tanzt die fünfköpfige Jungstruppe, dann kommt eine Soloeinlage und danach präsentieren die Mädels ihre Schrittkombis – inklusive Spagat und Moonwalk à la Michael Jackson. Der Gesangsworkshop singt, nur auf dem Klavier begleitet, ein englisches Stück von Rihanna und ein deutsches von Cassandra Steen, bevor die Sprayer ihr Graffiti-Kunstwerk mit einer kleine Sprüheinlage dem Publikum zeigen.

Hallo zu den Nachbarn

Um den Crossover-Gedanken, den die Schüler während des Workshops gelernt haben auch an die Gäste weiterzutragen, ruft ein Coach alle dazu auf, sich nach links und nach rechts zu drehen, und sich seinen Nachbarn vorzustellen – denn genau das haben die Schüler am ersten Tag auch gemacht, um sich kennenzulernen.

Mit Beatbox, einer Percussion-Live-Performance und der zweiten Rap-Gruppe geht die Show weiter. In zwei Lager aufgeteilt diskutieren die Jugendlichen in Rapform mit ihren Gegenübern über die Themen Mobbing, Rassismus und Vorurteile. Akrobatische Einlagen liefern schließlich die Breakdancer in einer beeindruckenden Darbietung. So manchem im Publikum war das Staunen über das Können der Jugendlichen geradezu ins Gesicht geschrieben.

altDie von allen geforderte Zugabe übernehmen die Coaches: Die Rap-Einlagen von Ali und Motrip gefallen den jungen Leuten genauso wie das von den Gesangscoaches angestimmte Lied „Rolling in the deep“ von Adele. Zum Schluss der Show erscheint auch Samy Deluxe, der sich wegen eines Infekts dieses Mal eher im Hintergrund aufhielt, und gibt seinen Titel „Poesie Album“ zum Besten. Als Dank überreichen die Schüler den Coaches ein Fotoalbum als Erinnerungsstück an das Projekt – das in allen Köpfen wohl unvergessen bleiben wird!

STEFANIE GOEBEL

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