| Was ist mit Monika Lierhaus passiert? |
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In der Reihe "Neuro-Extra" stellen wir verschiedene Krankheitsbilder und Forschungsergebniss aus dem Bereich der Neuropathologie vor. Hier: Gehirn-Blutungen
Die Fernsehmoderation Monika Lierhaus ist ein besonders prominentes Beispiel: Eines Tages kam aus heiterem Himmel die Nachricht, sie sei schwer krank, und danach war sie lange wie vom Erdboden verschwunden. Bis sie – sichtlich noch immer nicht ganz gesund – wieder im Fernsehen auftauchte. „Frau Lierhaus hatte ein Gehirn-Aneurysma“, sagt Prof. Ingmar Blümcke, Direktor des Neuropathologischen Instituts am Erlanger Uni-Klinikum. „Das ist eine Fehlbildung in der Wand einer kleinen Schlagader.“ Jeden Tag rauschen viele Liter Blut mit hohem Druck dort vorbei. Mit der Zeit wächst das Aneurysma, und die Gefäßwand wird dünner und dünner. Völlig unerwartet kann das Gefäß dann platzen — meistens, wenn man gerade etwas Anstrengendes macht und der Blutdruck steigt. „Das Blut strömt dann mit viel Kraft in den Subarachnoidalraum“, erklärt Blümcke. Dieser Begriff beschreibt einen hauchdünnen Spaltraum, der das gesamte Gehirn umgibt und in dem die Blutgefäße liegen, die das Gehirn mit Sauerstoff versorgen. Wenn das ausgetretene Blut gerinnt und diesen Spaltraum verklebt, kann hier auch kein Nervenwasser mehr durchfließen. Laut Blümcke „produzieren wir alle täglich einige Liter Nervenwasser im Inneren des Gehirns — und das muss raus!“ Da wird der Raum schnell eng. Der Schädelknochen gibt nicht nach, die Blutung und das aufgestaute Nervenwasser schieben das Gehirn nach unten und es klemmt am Übergang zum Rückenmark ein. „Aneurysmablutungen in den Subarachnoidalraum sind immer lebensgefährlich“, sagt Oberarzt Rainer Kollmar vom Erlanger Uni-Klinikum. „Manchmal wird ein Aneurysma auch zufällig entdeckt, bevor es platzt“, erklärt Kollmar. Dann schieben die Ärzte einen Katheder durch die Beinschlagader ins Gehirn und versuchen, das Aneurysma mit winzigen Titanspiralen auszustopfen. Auch dabei kommt es nicht selten zu Komplikationen. Daher arbeitet Kollmar an neuen Behandlungsmethoden. „Das ist ganz ähnlich wie beim Schlaganfall“, berichtet er. „Über 80 Prozent der Schlaganfälle resultieren aus Gefäßverstopfungen, wenn zum Beispiel ein Blutgerinnsel abschwimmt.“ Dann bekommen die Nervenzellen in der betroffenen Region keinen Sauerstoff mehr und sterben ab. Um solche Patienten optimal versorgen zu können, hat das Erlanger Uni-Klinikum eine spezialisierte Schlaganfall-Station. Wenn es den Spezialisten dort gelingt, das Blutgerinnsel rechtzeitig aufzulösen, erholen sich viele Patienten gut. „Wir erproben aber auch andere Behandlungen“, berichtet Kollmar. „So liegen Patienten im künstlichen Koma, und die Temperatur ihres Gehirns wird heruntergekühlt, um alle Stoffwechselvorgänge zu verlangsamen. Damit verzögern wir diejenigen Prozesse, die das umgebende gesunde Gehirngewebe langsam zerstören würden.“ Auf diese Weise lassen sich die Schäden durch einen Schlaganfall noch in Grenzen halten. Eine weitere Therapie, die gegenwärtig getestet wird, ist die Gabe von Wachstumsfaktoren. Diese Stoffe sollen das geschädigte Gehirn schützen und dabei helfen, dass es sich regeneriert. hlo
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